Jetzt ist meine Mexiko Reise schon wieder 4 Monate her aber der Büroalltag hatte mich so sehr gefangen, dass ich keine Zeit gefunden habe einen Reisebericht zu verfassen. Nun habe ich aber letzte Woche unserem Mexikoliebhaber Frieder ein Angebot erstellt und meine neue Lieblingsregion Huasteca angepriesen. Daraufhin war ich motiviert nun endlich mal meinen Reisebericht zu schreiben.
Im Rahmen der Adventure Next Messe von ATTA (Adventure Travel Trade Association) in San Luis Potosí im November 2016 wurde ich als Reiseveranstalter eingeladen, daran teilzunehmen. Neben der Messe sollte man auch gleich noch die Region kennenlernen. Da meine letzte Mexiko Reise nun schon wieder 2 Jahre zurück lag, war ich natürlich gleich Feuer und Flamme. Die Anreise wurde zwar etwas durch den Lufthansa Streik getrübt, aber mit dem Stoppover in Houston kam ich dann trotzdem sicher in San Luis Potosí an und die beschwerliche Anreise war im nu vergessen.

Die Region Huasteca

IMG_2634 IMG_2646San Luis Potosí, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats war mir bis dato kein Begriff – aber die Kolonialstadt überzeugte mich mit ihrem schönen Stadtkern. Nach einer kleinen Stadtbesichtigung zu Fuss traf ich am Nachmittag auf die anderen Teilnehmer des FAM Trips. Die Gruppe war eine bunte Mischung aus Journalisten und Reiseanbietern weltweit (USA, Kanada, Mexiko und ich aus Deutschland). Zusammen sollten wir die kommenden 5 Tage die wunderschöne Region Huasteca kennenlernen. Dazu ging es zunächst einmal ca. 4 h im Van nach Ciudad Valles. Dies ist eine sehr neue Stadt und hat leider keinen Altstadtkern – es war zugegeben eine sehr unspektakuläre Stadt, aber die Touren ins Umland konnten uns alle begeistern.

IMG_2705IMG_2666Am nächsten Morgen fuhren wir von Ciudad Valles nach Xilitla (ca. 2 h). Auf dem Weg dorthin machten wir einen kleinen Zwischenstopp an einem Straßenstand und es gab Café und Zimtschnecken – da fing der Tag doch gleich gut an. Gegen 11 Uhr erreichten wir den Garten von Sir Edward James, ein durchgeknallter Engländer, der zu viel Geld hatte und sein Paradies auf Erden suchte. Dazu reiste er viel in der Welt herum und fündig wurde er in Mexiko, in Xilitla. Ich meine mich zu erinnern, dass es ihm die wildwachsenden Orchideen angetan hatten. Jedenfalls war vor seiner Ankunft dort nur dichter grüner Bergnebelwald und er legte darin seinen Garten an. Aber nicht nach typisch englischer Manier mit kleinen Gartenhäuschen sondern mit surrealistischen Skulpturen. Edward James hatte ganz viele Männer aus dem Dorf für sich arbeiten lassen, aber er sprudelte über vor neuen Ideen und die Arbeiter fingen ganz viele Dinge an und kamen oft nicht dazu sie zu beenden. Der Garten wirkt jedenfalls wie der Erwachsenen-Spielplatz eines Irren oder eines Genies:-)? Zwischen all den fertigen und unfertigen Skulpturen und Gebäuden; manchmal fehlt z.b. einfach ein Dach, liegt dann der tropische Garten. Nun ja es ist wirklich ein schönes Flecken Erde, was er sich da ausgesucht hat.

IMG_2721Nach der Tour durch den zauberhaften Garten ging es für uns ins beschauliche Zentrum von Xilitla, welches übrigens auch zu den Pueblos Magicos zählt. Also ein Siegel, eine besonders schöne Ortschaft zu sein. Hier aßen wir in einem Restaurant zu Mittag und ich hatte ganz vergessen, wie toll die mexikanische Küche ist. Auf dem Weg zur nächsten Attraktion hielten wir noch an einem Straßenstand mit dem als besten Eis der Region angepriesen. Auch wenn der Magen bereits voll vom Mittagessen war, ließen wir es uns nicht nehmen, wenigstens mal zu probieren. Die Auswahl war riesig und es war tatsächlich sehr lecker. Nach dem Essen ging es weiter zur einer Höhle: Sótano de las Huahuas (etwas bekannter ist wohl die Höhle: Sótano de las Golondrinas) nahe der Ortschaft Aquismón. Vom Parkplatz liefen wir ca. 20 min durchs Gelände zur Kante. Vor uns lag eine Höhle mit 70 m Durchmesser und 478 m Tiefe. Mittlerweile dämmerte es schon langsam und tausende Vögel stürzten in das tiefe Loch. Das war ein Krach und ein schöner Abschluss für einen ereignisreichen Tag.

IMG_2829Am nächsten Tag teilte sich unsere Gruppe in zwei Hälften auf. Die eine Seite wählte das abenteuerliche Rafting und mich zog es eher zum Kanufahren hin. Auf einem großen Holz-Kanu wartete schon eine andere Gruppe mexikanischer Touristen – lautstark und freudig paddelten wir gemeinsam auf den Tampaon Fluss. Das war nicht weiter anstrengend aber auf alle Fälle unterhaltsam. Besonders beeindruckend war der 105 m hohe Tamul Wasserfall, der sich dann irgendwann vor uns auftürmte. Er ist wohl der höchste der Region. Auf dem Rückweg durften die Mutigen unter uns; da war ich dabei:-); aus dem Kanu springen und ein Stück wilden Fluss abwärts schwimmen. Aber nur bis zur nächsten Attraktion – nass wie wir bereits waren, ging es in eine Cenote (in eine mit Wasser gefüllte Kalksteinhöhle) zum Baden.

Nach der Kanutour gab es ein tolles Mittagessen beim Bootsverleih. Das Menü war einfach, aber köstlich und die Anlage war auch ein kleiner Garden Eden. Am Abend konnten wir uns dann mit den anderen Gruppenmitgliedern austauschen. Die hatten ja eine abenteuerliche Raftingfahrt auf dem Tampaon Fluss hinter sich. Einmal ist das Floß wohl gekentert und sie hatten in diesem Moment Angst gehabt, der Kraft des Wassers zu erliegen. Aber alle waren gute Schwimmer und wieder wohlauf. Für mich wäre das ja nichts gewesen:-).

IMG_2850Auch der heutige Tag war wieder unterteilt in Abenteuer- und “Softie” Tour. Der eine Teil der Gruppe sprang von den Wasserfällen vom Rio Micos und meinerseits ging lediglich darin baden. Die Jumping Tour läuft so ab: 7 Wasserfälle unterschiedlicher Höhe, der letzte war 8 m hoch und es gab keinen anderen Weg außer springen, ein Kneifen war also unmöglich. Daher entschied ich mich fürs Baden. Wir drei “Softies” und 2 Guides erkundeten die Wasserbecken und krabbelten auch mal hinter einen Wasserfall. Ich fand’s toll. Wir sind dann auch mal 1-2 m irgendwo runter gesprungen, was wirklich lustig war, aber bei 8 m hätte mich bestimmt der Mut verlassen.

Weiter ging es zu den Wasserfällen von Minas Viejas. Sie erinnerten mich stark an Agua Azul in Chiapas. Aber hIMG_2871ier waren wir alleine und hatten die unbeschreiblich schöne Natur ganz für uns alleine. Das passiert einem in Agua Azul nicht! Vor Ort trafen wir auch wieder auf unsere “Extremos” – für sie hieß es jetzt Abseilen aus 50 m Höhe. Schon das Zuschauen war spannend.

Am Ende des Tages gab es noch mehr Wasser zu sehen:-)….. den tobenden “Salto del Meco”. Direkt am Wasserfall liegt das wunderschöne Hotel Huasteca Secreta. Sehr gern hätten wir Touristiker uns das Hotel angeschaut, aber leider war es nicht möglich. Dafür schlenderten wir durch den hoteleigenen Garten. Allzu gerne wären wir dort die Nacht über geblieben, aber wir fuhren zurück nach Ciudad Valles, wo ich übrigens im Hotel Quintamar untergebracht war. Ein Teil der Gruppe hat im Hotel Valles übernachtet.

IMG_2955Am 5. Tag sollte es auch schon wieder zurück nach San Luis Potosí gehen. Auf dem Weg dorthin fuhren wir noch zu den Wasserfällen von Puente de Dios. Hier gingen wir alle baden und ließen uns von der Naturgewalt Wasser verzaubern. Manch einer mag jetzt denken, dass die ganze Reise nur aus Besuchen von Wasserfällen bestand. Der mag wohl auch recht haben, aber jeder Wasserfall war wunderschön und auch anders als der vorherige. Das türkisblaue Wasser und die unendlich schöne Natur – für mich war es eine besonders schöne Region, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Gerade für Mexikoliebhaber, die schon die klassische Route kennen und ein zweites oder drittes Mal nach Mexiko reisen, ist es eine gute Gelegenheit mal den Norden des Landes, abseits von Massentourismus zu erkunden.

Die Region Huasteca wird momentan eher von Mexikanern besucht, aber ich würde es mir wünschen, dass diese Schönheit auch mehr und mehr Deutsche zu Gesicht bekommen. Wir waren natürlich viel im Auto unterwegs, aber die Fahrten waren nie langweilig. Ich bin schon viel in Mexiko unterwegs gewesen, aber diese Landschaften hier waren so unendlich grün und ich konnte mich nicht daran satt sehen. Und neben dem Öko- und Abenteurtourismus in der Region Huasteca hat das Bundesland San Luis Potosí ja noch mehr zu bieten: nicht weit von der Hauptstadt z.b. liegt die verlassene Minenstadt Real de Cartorce in der Wüste. Leider hatte ich keine Zeit mir das anzuschauen. Aber die Idee von einer rasanten Jeepfahrt in karger Landschaft hat mich schon sehr neugierig gemacht.

Adventure Next Messe

IMG_3706Wie eingangs schon erwähnt, war die Reise anlässlich eines Messebesuchs geplant. Bei der Adventure Next waren zahlreiche Anbieter aus der Region, aber auch aus ganz Mexiko und einige aus Guatemala, Peru, Ecuador, Costa Rica usw. vertreten. Sie haben eins gemein: alle Agenturen widmen sich dem Abenteuerurlaub oder dem Naturerlebnis. So konnte ich viel über die zahlreichen Möglichkeiten zum Erlebnisurlaub in Mexiko erfahren: Glamping auf der Baja California (übernachten in Luxuszelten) oder kayaken, wandern in der Sierra Gorda bei Queretaro oder in den Pueblos Mancomunados bei Oaxaca, biken in Teothihuacan, Abseilen in Chiapas und vieles mehr. Neben den netten Gesprächen mit den Ausstellern gab es auch leidenschaftliche Vorträge über das Abenteuer-Potenzial von Mexiko. Hängen geblieben ist mir z.b. der Vortrag von Altius Events. Sie haben sich auf die Organisation von sportlichen Grossevents wie das Downhill Rennen in Taxco (dieses Jahr im April in Puerto Vallarta) spezialisiert. Schaut Euch einfach mal das Imagevideo auf deren Website an, da bekommt man Gänsehaut: http://www.altiusevents.com/

Der Messebesuch war für mich ein voller Erfolg. Mit zahlreichen neuen Ideen und Kontakten ging es für mich per Flugzeug dann noch weiter an die Riviera Maya Küste. Ich musste in Mexico City umsteigen, aber es gibt auch Direktverbindungen von San Luis Potosí nach Cancun. In Cancun schaute ich mir unter anderem das Hotel Adhara und das Beach Scape Kinha an. Beide Hotels bauen wir gern als Ankunftsnacht einer Yucatan Rundreise ein und sie haben mich überzeugt. Ich selbst durfte 2 Nächte in unserem Lieblingshotel Mahekal Beach Resort in Playa del Carmen übernachten. Es ist wirklich ein sehr schönes Hotel und das schöne daran ist, dass es mit Halbpension ist und nicht wie all die anderen Hotels mit All inklusive. Und das Essen ist wirklich hervorragend und abwechslungsreich.

Neues auf der Halbinsel Yucatan

IMG_3075IMG_3087Neben dem Hotel checken vor Ort habe ich noch eine Tagestour nach Cobá gemacht. Diese archäologische Anlage kannte ich ja noch gar nicht von der Halbinsel Yucatan daher wurde es mal langsam Zeit, sie kennenzulernen. Um fünf Uhr morgens ging die Tour ab Playa del Carmen los. Im Van gab es noch ein Sandwich und so erreichten wir frisch gestärkt um ca. 8 Uhr die Anlage und waren somit mit die ersten. Auf dem Gelände war es noch schön ruhig und nicht allzu heiß. Da es vom Eingang zur höchsten Pyramide ca. 2 km sind, kann man vor Ort ein Fahrradtaxi mieten. Der Fahrer brachte uns bequem dorthin und wir hatten Kraft zum Aufstieg der 42 Meter. Es ging steil nach oben und der Blick über den Dschungel war atemberaubend. Der Abstieg war dann etwas kniffelig, aber wir alle sind wieder gut runter gekommen. Mittlerweile wurden es immer mehr Besucher in der Anlage und wir waren froh, dass wir mit unserem Programm schon durch waren, denn es wurde jetzt schon immer wärmer. Wir fuhren dann weiter zu einer nahegelegenen Cenote und konnten uns im klaren Wasser erfrischen.

IMG_3118IMG_3135IMG_3151IMG_3161Im Anschluss besuchten wir eine Maya Familie und bekamen dort ein “Pollo Pibil” zu essen. Dazu wurde ein Huhn geschlachtet und mehrere Stunden unter der Erde eingegraben gekocht. Das war super lecker und es saß sich hervorragend auf ihrer gepflegten Terrasse. Weiter ging es zum Ziplinen und Kanufahren auf einem nahegelegenen See. Zuvor gab es noch eine Shamanenzeromonie mit einem Maya im Dschungel. Der Tag war wirklich vollgepickt mit Attraktionen.

Überhaupt war die kurze Verlängerung an der Riviera Maya Küste eine tolle Sache. So konnte ich mal wieder sehen, wo wir unsere Kunden eigentlich so übernachten lassen und was die Region neben tollen Badehotels noch zu bieten hat. Und ein paar Stunden am Strand zum Relaxen waren natürlich auch mal drin:-). Ich bin sehr froh, dass sich mal wieder eine Gelegenheit ergab, dieses tolle Land zu besuchen. Es ist immer wieder eine Reise wert und es wird einfach nie langweilig.