Land und Leute

Mexiko – das Land der Mariachi Musik

Die Mariachi Musik ist das Herz und die Seele Mexikos. Die Musiker in traditioneller Charro Tracht (schwarze Anzüge mit silber- oder goldgeprägten Knöpfen und der Sombrero) gekleidet, singen von der unerfüllten Liebe, von México Lindo (dem schönen Mexiko) und der Schönheit ihrer Frauen. Der Plaza Garibaldi in Mexico City ist der wohl bekannteste Treffpunkt für Mariachi-Gruppen. Hier spielen sie jeden Abend gegen ein gewisses Entgelt lautstark vor einem breiten Publikum. Ob Verliebte, Verzweifelte, Feiernde oder Touristen. Der Preis für die Vorstellung hängt von der Größe der Gruppe und ihrem Können ab und ein verliebtes mexikanisches Pärchen zahlt natürlich auch weniger als ein Tourist. Eine Mariachi Gruppe besteht aus drei, sieben oder zwölf Musikern – ein Limit gibt es hier aber nicht. Gespielt wird die Mariachi-Musik mit Trompete, Gitarre, Bassgitarre und Geige. Die Lieder sind mal sentimental und dann wieder schmetternd und fröhlich. Üblicherweise tragen die Mariachis ihre Tracht mit zwei Farben, entweder schwarz oder weiß oder auch in beige oder weinrot. Am häufigsten sieht man jedoch die schwarzen Anzüge, insbesondere bei feierlichen Zeremonien wie Hochzeiten und Beerdigungen. Woher der Name „Mariachi“ stammt, kann man sich streiten. Eine Geschichte besagt, dass sie zu Zeiten der französischen Besatzung auf den Hochzeiten (französisch – „Mariage“) spielten, worauf sie die Franzosen als Mariachi bezeichneten.

Charro Reiterin

Die mexikanischen Einwanderer und Südamerikaner haben die Kultur der Mariachi in Europa verbreitet. In Spanien gibt es die meisten Mariachi Gruppen Europas. Mittlerweile gibt es auch Gruppen in Japan, Australien, Russland und auf der ganzen Welt. Sie alle treffen sich zum gemeinsamen Musizieren alljährlich in der mexikanischen Stadt Guadalajara zum Mariachi Festival (dieses Jahr 28.08. bis 7.09.2008). Im Mittelpunkt dieses Festivals stehen Konzerte und Aufführungen der Mariachi Gruppen aus aller Welt. Mit Hilfe von Wettbewerben und Workshops können sie ihre Technik und ihren Stil verbessern.

Das Festival wird vom nationalen Charro-Wettbewerb begleitet. In der Arena präsentieren sich die besten Charro-Reiter (Kunstreiter) des Landes in ihren prachtvollen Anzügen und auf ihren rassigen Pferden. Den Reitsport brachte der Spanier Hernan Cortés nach Mexiko, denn er brachte die ersten Pferde nach Mexiko. Die spanischen Kolonien hielten Pferde, wobei es den Indígenas per Gesetz verboten war zu reiten. Auf dem Land benötigten sie dann jedoch die Hilfe der Ureinwohner und die mexikanischen Reiter entwickelten eine ganz eigene Technik, um über die Bullen Herr zu werden.

Daraus entwickelten sich die Charreadas, die mexikanischen Reiterspiele, die ähnlich wie US-amerikanische Rodeos, aber viel schöner und eben mexikanisch sind. Zu sehen gibt es rassige Pferde, stolze Männer und Frauen in tradioneller Traje de charro. Das sind enge schwarze Hosen mit Silberknöpfen, Stiefeln, Rüschenbluse und der Sombrero darf natürlich nicht fehlen. Auf dem Arenaplatz werden Dressur-, Reit- und Lassokunststücke vorgeführt. Zum Programm gehören auch Gesang- und Tanzdarbietungen. Die Kunststücke der mexikanischen Cowboys werden Sie begeistern. Hervorzuheben ist die Coleada – im fliegenden Galopp wird der Bulle am Schwanz gepackt. Der wird unter dem rechten Bein durchgezogen, um den Sattelknauf gewunden und mit der plötzlichen Kehrtwendung des Pferdes stürzt der Bulle.

Guadalajara ist ein interessantes Reiseziel und lässt sich wunderbar in eine Rundreise durch das koloniale Hochland einbringen. Nach dem Besuch von Guadalajara kann man an die Pazifikküste nach Puerto Vallarta fahren und die Seele baumeln lassen. Die Region Jalisco behält viel für seine Besucher bereit.

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