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„Sin nombre“ – ein Kinofilm über die illegale Migration in die USA

Sayra und Casper auf dem Weg in den Norden - Szene aus "Sin Nombre"„Sin nombre“ ist kein Dokumentarfilm, obwohl die Begebenheiten sicher der mexikanischen Realität entsprechen. Casper aus dem wunderschönen mexikanischen Bundesstaat Chiapas ist Mitglied der gefährlichen und äußerst brutalen Gang Mara Salvatrucha, die inzwischen in ganz Mittelamerika vertreten ist und auch in US-amerikanischen und südamerikanischen Orten Gruppen hat. Das Aufnahmeritual – das Regiesseur Cary Fukunaga auch zeigt – dauert 13 Sekunden. In dieser Zeit dürfen alle Gangmitglieder auf den „Neuling“ einschlagen. Die zweite Aufgabe, um ein „Mara“ zu werden, besteht im Töten eines Menschen. Während Caspers Freund Smiley unbedingt ein neues Mitglied der Gang werden möchte und die Aufnahmerituale ohne zu Zögern über sich ergehen lässt bzw. ausführt, wendet Casper den Maras den Rücken zu (nachdem seine große Liebe vom Bandenchef umgebracht wird).
Er springt auf einen Güterzug in Richtung US-amerikanischer Grenze auf und trifft Sayra, die von Honduras kommt und die Grenze in die Vereinigten Staaten illegal überqueren möchte. Während Casper bereits mit seinem Leben abgeschlossen hat und nur vor dem Moment, in dem seine ehemaligen Kameraden von der Mara Salvatrucha ihn finden und umbringen werden, Angst hat, ist Sayra sicher, dass sie gemeinsam den illegalen Grenzübertritt schaffen können. Es entspinnt sich keine Liebesgeschichten zwischen den beiden Filmprotagonisten. Der Regiesseur möchte eher zeigen, wie unterschiedlich ein junges Leben in Lateinamerika verlaufen kann, dass es aber häufig mit Entbehrungen und Katastrophen verbunden ist und dass die jungen Migranten sich auf nichts und niemanden verlassen können. Und trotzdem behalten sie immer ein „Fünkchen Hoffnung“…

Nach unserem Kinobesuch waren wir sprachlos und bedrückt. Die eigenen Probleme kamen uns klein vor, gegenüber den Schicksalsschlägen von Casper und Sayra. Auch die Ausweglosigkeit, die beide während Ihrer Reise ertragen mussten – der eine erwartete den Tod, die andere musste ohne zurück zu schauen in die USA gelangen – , berührte uns.

„Sin nombre“ gewährt einen realistischen Eindruck in die Lebenswelt lateinamerikanischer Jugendlicher aus armen Verhältnissen. „La mara salvatrucha“ wird in ihrer Grausamkeit und Abgestumpftheit dargestellt – aber oft sehen die Jugendlichen keine Alternative für ihr Leben. Hier gehts zum Trailer.

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