Wie du in Yucatán das „authentische Mexiko“ erleben kannst

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Als Reisender kannst du auch auf der Yucatan Halbinsel das »wahre Mexiko« erleben!

Wie komme ich darauf? Ich war kürzlich – im November 2021 – bei einer Tourismusmesse in Mérida/Yucatán und habe bei einer 3-tägigen Kurzreise im Vorfeld der Tianguis Turístico unvergessliche Einblicke in eine wunderbare Kultur erhalten, habe atemberaubende Ausgrabungsstätten besichtigt und habe Naturräume, die natürlich komplett verschieden von Zuhause sind, kennengelernt. Dazu ausführlich gleich mehr.
Dabei wurde bei uns „Mexiko-Kennern“ immer hinter vorgehaltener Hand getuschelt, dass doch Yucatán gar nicht das »echte Mexiko« sei. Da müsse man schon nach Oaxaca oder Chiapas reisen…

Ganz ehrlich – ich war bislang weder in Chiapas noch in Oaxaca (aber in Michoacán und im Estado de México) und trotzdem möchte ich Yucatán hier verteidigen.

Die Halbinsel Yucatán, Mexiko – Bundesstaat Yucatán vs. Bundesstaat Quintana Roo

Auf der Pyramide von Ek Balam

Pyramide von Ek Balam

Zunächst möchte ich den Begriff Yucatán etwas beleuchten. Die geograpisch klar umrissene Yucatán Halbinsel setzt sich auf politischer Ebene aus den Bundesstaaten Yucatán und Quintana Roo zusammen. Campeche und eventuell ein Zipfelchen Chiapas im Süden zählen auch noch dazu.
Wenn ein Tourist erzählt, er war »auf Yucatán« im All Inclusive Resort an der Riviera Maya (sprich Bundestaat Quintana Roo und dort die Karibikküste), dann würde ich auch bezweifeln, das er große Einblicke in die Kultur, in die Geschichte und in die Alltagswelt der Mexikaner erhalten hat. Wer sich hingegen in das »Hinterland« vorwagt, also mit dem Mietwagen über die Yucatán Halbinsel tourt oder sich den Großraum Mérida individuell erschließt, der wird einer zauberhaften und reichhaltigen Kultur begegnen.

Selbstbewusste Maya-Kultur

Tortillabäckerei

frische Tortillas bei Tekax

Mein FAM-Trip hatte den Namen »Mayans of Today« und wir besuchten an den drei Reisetagen Maya-Siedlungen wie Tekax, Yaxuná und Ek Balam. Ich war positiv überrascht, wie selbstbewusst und fortschrittlich die Gemeinschaften auftraten. In allen Dörfern wurde betont, dass die Maya-Familien für das Wohl der gesamten Gemeinschaft arbeiten. Persönliches Gewinnstreben gibt es wenig. Ein prominentes Gegensbeispiel wurde uns in Yaxuná genannt, wo eine Köchin in der Netflix-Serie »Chef’s Table« den Pib – den traditionellen Maya-Erdofen – vorstellte und seitdem internationale Gäste empfängt, ihre Gewinne aber nicht mit der Gemeinschaft teilt. Dennoch ist der Zusammenhalt in den Maya-Orten sicher stärker als in der anonymen Großstadt. Bewährte Tradtionen (z.B. das traditionelle Landwirtschaftssystem Milpa) sollen bewahrt und überliefert werden. So sprechen auch junge Leute selbstbewusst Maya – die Sprache ihrer Vorfahren. Medizinmänner und -frauen sowie Schamenen werden sehr geschätzt und gehören zum täglichen Leben, begehen ihre Rituale an Feiertagen und heilen Krankheiten (zumal die medizinische Versorgung weit weg sein kann, gerade wenn man auch kein Auto hat).
Ich kann es dir absolut empfehlen, in das Dorf-Leben einer dieser Gemeinschaften einzutauchen und auf respektvolle Art mehr über das alltägliche Leben und natürlich die spannende Vergangenheit zu erfahren! Hab keine Berührungsängste und du wirst sehr freundliche Menschen treffen, gut essen, wunderbare Handarbeiten sehen und deine Perspektive auf das Leben neu einstellen!
PS: Wusstest du, dass die Maya-Bevölkerung meist in Hängematten schläft? Betten sind sehr unüblich!

Kristallklare Cenoten

Cenote Xcanché

Cenote Xcanché

Stell dir vor, es herrschen 30°C im Schatten, du hast mit dem Mietwagen lange Strecken durch den Trockenwald, der die Yucatán-Halbinsel bedeckt, zurückgelegt, du bist durch eine eindrucksvolle Maya-Stätte gewandert und vielleicht sogar auf eine Maya-Pyramide geklettert (z.B. noch in Ek Balam möglich) – kurzum du bist ganz schön geschafft und verschwitzt. Die gute Nachricht ist: Auf der Yucatán-Halbinsel wird immer einer Cenote in deiner Nähe sein, in der du dich erfrischen kannst! Was ist eine Cenote? Das ist ein riesiges Kalksteinloch (oder Kalksteinhöhle), das unendlich tief und mit kristallklarem Süßwasser gefüllt ist. Hier kannst du im mystischen Ambiente baden. Es ist einfach herrlich!
Ich habe in den Cenotes Xcanché (bei Ek Balam) und Lol Ha (bei Yaxunah) gebadet und die wunderschöne Cenote Yokdzonot besichtigt. Alle drei Cenotes werden von den örtlichen Maya-Gemeinschaften verwaltet und dein Eintrittsgeld kommt ihnen direkt zu Gute. Inzwischen werden künstlich Cenotes hergestellt (durch Sprengung), da viele Geschäftsleute das »monetäre Potential« dieses Naturwunders erkannt haben.
Wenn du mehr über die natürlichen Cenoten und das gesamte Unterwasserhöhlensystem erfahren möchtest, empfehle ich dir zum Beispiel den Wikipediaartikel über Cenoten.

Archäologische Zeugnisse einer Hochkultur

Wenn du die Yucatán-Halbinsel bereist, kannst du dein Interesse für Archäologie und die berühmte Maya-Hochkultur stillen. Es gibt unzählige Ausgrabungsstätten. Die bekannteste ist natürlich Chichén Itzá, die tagtäglich von tausenden Touristen besucht wird. Ich durfte sie nach Einbruch der Dunkelheit im Rahmen der Licht- und Ton-Show »Noches de Kukulkan« besuchen. Die mit bunten Lichtern angestrahlte Kukulkán-Pyramide ist einfach sagenhaft und majestätisch – ein Meisterwerk! Ich konnte mich nicht sattsehen an ihrer perfekten Form und Größe!

Chichén Itzá bei Nacht

Chichén Itzá bei Nacht

Wir besuchten auch Uxmal in der Dunkelheit – hier gefiel mir die Licht- und Ton-Show »Ecos de Uxmal« noch besser. Gern hätte ich diese weitläufige Anlage mit der dominanten Pyramide des Zauberers bei Tageslicht kennengelernt.
Durch Ek Balam erhielten wir eine Führung. Vorteile sind hier, dass es nicht so überlaufen ist und du die Pyramide noch erklimmen darfst. Wenn du schwundelfrei bist und keine Höhenangst hast, dann erwartet dich ein spektakulärer Blick über das Ausgrabungsgelände und den Wald.
Auch in Yaxunah gibt es eine kleine, aber feine Ausgrabungsstätte. Hier ist der erste Teil einer Mayastraße »Sacbé« freigelegt. Engagiere dir hier einen lokalen Führer, denn die Erkentnisse über die Sacbé sind sehr interessant!
Ich möchte auch noch kurz die Hotels erwähnen, die meine FAM-Gruppe und mich jeweils beherbergt haben: Bei Uxmal schliefen wir im Uxmal Resort Maya. Hier gefiel mir die Hotelanlage mit einem großen Pool sehr gut. Mein Zimmer hatte leider kein WLAN und ich konnte die Balkontür nicht öffnen, aber das waren sicherlich kleine Probleme nach der langen Covid-geschuldeten Abwesenheit der Touristen. Bei Chichén Itzá durften wir eine Nacht in The Lodge at Chichen Itza schlafen. Die komfortablen Bungalows sind von einem weitläufigen Garten umgeben, es gibt mehrere Pools und ein riesige Ceiba gleich beim Hotelrestaurant.

Und was sonst?

Maya-Spezialitäten

Maya-Spezialitäten

Natürlich darf ich die Gastronomie in meinem Artikel nicht vergessen. Liebe geht durch den Magen – und Mexiko eben auch. In Yucatán habe ich Cochinita Pibil in all seinen Ausprägungen genossen, ich durfte Mandarinen und Orangen aus dem »Garten hinterm Haus« des Maya-Schamanen probieren und natürlich konnte ich die frischesten Maistortillas verkosten.
Und ich möchte auch die Pueblos Mágicos erwähnen – magische Ortschaften mit einem typisch mexikanischen Charme. In Yucatán gibt es derzeit vier: Valladolid, Izamal, Maní und Sisal.

Ich denke, das ist nun genug Anregung für deine Reise durch den Bundesstaat Yucatán und über die Yucatán-Halbinsel, auf den Spuren des »wahren Mexikos«. Lass dich von unseren individuellen Reiseangeboten inspirieren:

a) unser individueller Yucatán-Baustein

b) unsere Mietwagenreise über die gesamte Yucatán-Halbinsel

c) unsere Yucatán-Selbstfahrerreise mit Übernachtungen auf Haciendas

Oder kontaktiere mich direkt – ich helfe dir gern dabei, deine perfekte Reise in das Herz der Maya und Yucatáns zusammenzustellen!

 

Mein großer Dank gilt SEFOTUR, dem yukatekischen Tourismusministerium, für die Einladng nach Mérida und Yucatán und der Agentur Coox Mayab für den interessanten FAM-Trip. Die Messe Tianguis Turístico in Mérida war ebenfalls sehr hilfreich – ich hab viele Hotels in Yucatán und ganz Mexiko kennengelernt, Kollegen von Partneragenturen wiedergetroffen und MEXICO MIO auf den neuesten »Pandemiestand« gebracht.

Ulrike

Hallo, ich bin Ulrike. Ich arbeite seit 2009 bei MEXICO MIO. Hier schreibe ich über Aktuelles und Besonderes aus Mexiko. Wenn ihr Fragen habt oder meine Reiseberatung in Anspruch nehmen möchtet, hinterlasst einfach einen Kommentar oder schreibt mir eine Email an ulrike@mexico-mio.de.

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