Auf nach Peru! – 4. Station: Puno & der Titicaca-See

5,4 min read|Published On: Sonntag, 25. Oktober 2009|By |3 Comments on Auf nach Peru! – 4. Station: Puno & der Titicaca-See|
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Ulrike

Hallo, ich bin Ulrike. Ich arbeite seit 2009 bei MEXICO MIO. Hier schreibe ich über Aktuelles und Besonderes aus Mexiko. Wenn ihr Fragen habt oder meine Reiseberatung in Anspruch nehmen möchtet, hinterlasst einfach einen Kommentar oder schreibt mir eine Email an ulrike@mexico-mio.de.

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Wie schon im letzten Teil meines Reiseberichts beschrieben, war die Fahrt vom Cañon de Colca nach Puno recht anstrengend. Aber die Strapazen wurden durch die beeindruckende Landschaft und den schönen Blick auf das Lichtermeer von Puno direkt am Lago Titicaca ausgeglichen. Unsere Reisegruppe stieg im Hotel Conde de Lemos, das direkt oberhalb der zentralen Plaza de Armas liegt, ab.

Höhenkrankheit in Peru

Da fast alle von uns in den nächsten Tagen mit der Höhe – Puno und der Lago Titicaca liegen auf ca. 3830 m – zu kämpfen hatten, mussten wir den Service des Hotels stark in Anspruch nehmen. Aber die Puneños sahen das alles ruhig und gelassen und halfen uns bei allen Fragen und Bitten. Tatsache ist, dass die Höhe nicht jedem bekommt. Während unsere Reisegruppe über Magenprobleme klagte, sahen wir auch Touristen, die direkt an die Sauerstoffflasche mussten…
Bevor ihr also eure Peru-Reise ins Altiplano bzw. in die Anden plant, solltet ihr noch einmal über eure Kondition und Belastbarkeit nachdenken. Verzichten muss natürlich niemand, aber man sollte genügend Zeit für einen langsamen Aufstieg (Auffahrt) einplanen…

Die Chullpas vonSillustani

Trotz Unwohlsein verbrachten wir wunderschöne Tage in Puno. Unser erster Ausflug führte uns nach Sillustani zu den geheimnisvollen „Chullpas“. Das sind Grabtürme aus Steinen, die sich auf einer erhöhten Halbinsel im Lago Umayo befinden. Die Chullpas stammen sowohl von der Colla-Kultur als auch als auch aus der Zeit der Inkas. Der Unterschied ist klar zu sehen, denn die Chullpas, die die Inkas erbauen ließen, fallen durch die kunstvoll behauenen Steine auf. In den Türmen befanden sich vermutlich nur die Leichname von wichtigen Persönlichkeiten und religiösen Führern. Erschreckend ist, dass die Inkas bzw. ihre Arbeiter den Bau der Chullpas von einem auf den anderen Tag beenden mussten, als die Spanier kamen und sie zur Zwangsarbeit in den Silberminen bei Puno verpflichteten. Neben den unfertigen Chullpas liegen viele Steine, die gerade heran transportiert wurden oder als nächstes eingebaut werden sollten. Die Arbeiter hatten alles Hals über Kopf stehen lassen müssen. Von der Sillustani-Halbinsel aus hat man einen wunderschönen Blick auf eine Insel im Lago Umayo, auf der Vicuñas leben. Außerdem kann man die interessanten Ackerbaumethoden der Hochlandbewohner sehen (sie nutzen Wassergräben als Wärmespeicher für ihre Saat).

Puno Innenstadt

Punos Sehenswürigkeiten beschränken sich auf einige sehr schöne Kolonialbauten, zum Beispiel die Kathedrale an der Plaza de Armas. Das rege Treiben in der Fußgängerzone und auf dem „Mercado de Artesanos (den wir leider nicht besuchen konnten) ist ebenfalls sehenswert. Überall kann man wunderschöne Produkte aus Alpaca-Wolle, Töpferwaren, Masken, Musikintrumente und andere typische Artesanía“ finden. Außerdem ist Puno „Hauptstadt der Folklore“ – wer es also in Lima nicht in die Peña geschafft hat, der sollte sich in Puno abends eine Tanzschau mit peruanischen und bolivianischen Tänzen des Altiplanos ansehen.

Islas de los Uros und Isla Taquile

An unserem zweiten Tag in Puno machten wir den obligatorischen, aber natürlich auch absolut empfehlenswerten Ausflug auf die schwimmenden Inseln der Uros und zur Isla Taquile. Wir hatten Glück, dass gerade schon die touristische Nebensaison begonnen hatte (im Oktober beginnt eigentlich die Regenzeit im peruanischen Hochland), denn mit uns zusammen fuhren nur ca. 10 andere Boote hinaus auf den Lago Titicaca. Man darf sich aber nichts vormachen – natürlich werden die Touristen als wichtige Einnahmequelle betrachtet und der Verkauf von Kunsthandwerk stellt sowohl für die Uros als auch für die Taquileños das Tagesgeschäft dar. Wenn man das etwas ausblendet, kann man aber einzigartige Entdeckungen machen. So bestehen die schwimmenden Inseln der Uros, die zwischen großen Schilfgürteln versteckt liegen, tatsächlich nur aus Torf und Schilf („totora“ genannt). Idylle bei den Uros - PeruSie halten höchstens 30 Jahre und müssen ständig durch frische Schilfgräser erneuert werden. Wenn Motorboote zwischen den Inseln entlang fahren, bewegen sich die Inseln leicht im Wellengang. Die Bewohner der Insel, die wir besuchten (die Touristen werden „verteilt“), zeigten uns ihre Schilfhütten, in denen sie auch tatsächlich leben. Meine Frage nach der Toilette wurde mit einem Schmunzeln beantwortet. Ein Ruderboot lag bereit, um zu benachbarten „Toiletteninsel“ überzusetzen. Dann ging ich doch lieber auf die Toilette auf unserem Ausflugsboot…
Nach einer Kostprobe von einem totora-Stengel (totora wird von den Uros für auch als Nahrungsmittel genutzt), vielen Fotos, einem optionalen Ausflug auf einem Schilfboot der Uros und einem interessanten Kurzvortrag unseres Guides, ging es zurück aufs Boot. Vor uns lag eine ca. 2-stündige Fahrt zur Isla Taquile. Unter einem strahlend blauen Himmel entfernten wir uns immer weiter vom „Dunstkreis“ Punos. Langsam bekamen wir eine Vorstellung davon, wie riesig der Titicacasee wirklich ist…
Isla Taquile im TiticacaseeAuf Taquile (ab un zu will einem doch fälschlicherweise „Tequila“ von den Lippen rutschen) knurrte uns der Magen. Wer nicht mit der dünnen Luft zu kämpfen hatte, wagte den Aufstieg zu einem kleinen Restaurant. Hier genossen wir den herrlichen Blick über das blaue Seewasser und die schöne Landschaft, die fast ein bisschen an mediterane Gefilde erinnerte.
Taquile ist neben der Ruhe und den romantischen Sichten für die „strickenden Männer“ bekannt. Die Taquile-Textilien sind wirklich kunstvoll und haben eine herausragende Qualität – dafür werden auch entsprechende Preise verlangt, die den ein oder anderen Touristen abschrecken, aber auch wirklich angebracht sind. Die Taquileños sprechen übrigens die Sprache Aymara – unser Guide, der von der Nachbarinsel Amantani kam, sprach Aymara, Quechua, Spanisch, Englisch und Französisch – ein wahres Sprachgenie. Der Weg über die Insel war dann doch ganz schön anstrengend, vor allem der Abstieg über hohe Treppenstufen auf der anderen Seite. Aber wir wurden durch tolle Blicke über die Insel und auf den Lago Titicaca belohnt. Eine Übernachtung, wie sie in allen Reiseführern empfohlen wird, lohnt sich wirklich für Ruhe suchende Touristen.
Die Rückfahrt von Taquile nach Puno konnten wir entspannen, die angenehme Abendsonne genießen und uns den frischen Fahrtwind um die Nase wehen lassen.
Und dann waren unsere kurzweiligen Tage in Puno auch schon gezählt und wir machten uns auf die Weiterreise nach Cuzco und ins Urubamba-Tal.

Hier kannst du meinen Reisebericht zu der Fahrt von Puno nach Cuzco lesen. Und hier springst du in der Zeit zurück zu meinem Bericht über Arequipa und den Colca Canyon.

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