Das Interview mit Marlen, die zusammen mit Ireen Geschäftsführerin von MEXICO MIO ist, soll vorerst das letzte Gespräch in der Reihe “MEXICO MIO en persona” sein. Nun steht auch schon der zweite Geburtstag unserer Reiseagentur direkt vor der Tür. Die Interviewserie war sehr spannend und vielseitig – alle Interviewpartner gaben ein Stück ihrer privaten Mexiko-Erfahrungen und ihres Bildes von MEXICO MIO preis. Im Interview mit Marlen wird noch einmal auf ganz sympathische Art und Weise deutlich, welche Begeisterung und Sorgfalt in jeder bereits vermittelten Rundreise durch Mexiko stecken. Auch in Zukunft wird das Team von MEXICO MIO – getreu dem Motto “Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila” – Schwierigkeiten (wie z.B. das H1N1-Virus) gekonnt meistern und einen unwiderstehlichen, individuellen Service anbieten. Aber zunächst einmal viel Spaß beim Lesen!

In dem Interview mit dir soll es vor allem um die Zukunft MEXICO MIOs gehen. Darüber denkt ihr wahrscheinlich so kurz vor dem zweiten Geburtstag recht intensiv nach. Ihr feiert aber nicht nur das zweite, erfolgreiche Geschäftsjahr, sondern auch den 100. Kunden, der eine Individualreise bei euch gebucht hat. Was bedeuten diese zwei „Meilensteine“ für dich?

Bastelarbeiten beim 1. MEXICO MIO GeburtstagDer 100. Kunde zeigt mir wieder einmal, wie wichtig es ist, sich Ziele zu stecken. Wir haben uns einfach vorgenommen, bis zum 2. Geburtstag die Grenze zu erreichen und es hat geklappt. Es ist echt verblüffend – Ziele, die man z.B. im Businessplan schriftlich fixiert hat, passieren irgendwie auch. Früher war ich nie der Mensch, der sich hohe Ziele gesteckt hat, aber mit der Zeit entwickelt man doch den Ehrgeiz, was zu reissen. Die zwei Jahre MEXICO MIO haben mich sicherlich am meisten zu dieser persönlichen Entwicklung gebracht. Ireen und ich haben uns etwas geschaffen, wo wir unsere eigenen Ziele stecken können und die Erfolge dann gemeinsam geniessen können und diese uns wiederum anspornen, weiterzumachen.

MEXICO MIO beim ExistenzgründerballDiese beiden Meilensteine bedeuten mir also sehr viel. Sie zeigen mir, wie wichtig es ist, Visionen zu haben. Nach anfänglichen Ängsten nach dem Studiumsende (wo geht es hin? wie entwickelt sich die Karriere? etc.) bin ich froh, meinen Platz gefunden zu haben und mich an kleinen Meilensteinen, wie diesen, erfreuen zu können.

Was ist die größte Herausforderung für dich bei der Organisation einer individuellen Mexiko-Reise?

Die größte Herausforderung ist zunächst einmal, den Kunden von unserem Angebot zu überzeugen. Dazu muss man erst einmal die individuellen Wünsche, die Preisvorstellungen der Kunden und den Bereich des Möglichen ausloten. Lieb sind mir die Kunden, die bereits Vorstellungen von Ihrer Reiseroute haben … und wenn diese dann abseits der klassischen Pauschalreisen liegen. Denn dann heisst es die einzelnen Wunschstationen clever zu kombinieren.

Wichtig ist uns beiden, dass unsere Kunden z.B. nicht sinnlos durch die Gegend fliegen und die Umwelt belasten. Dann raten wir auch schon mal, die ein oder andere Region lieber auszulassen und sich für’s nächste Mal aufzuheben. Die Beratung ist eigentlich jedes Mal die größte Herausforderung. Ist die Reise gebucht, haben wir zuverlässige Partner vor Ort und es verläuft meist alles reibungslos. Das schwerste ist wahrlich der Verkaufsteil mit der Erstellung einer optimalen Route.

Ronny im MEXICO MIO BüroWenn sich dann während der Reiseberatung ein persönliches Verhältnis aufbaut, ist das großartig. Es gibt nichts schöneres, als nach der Reise noch ein wenig über den Urlaub plaudern zu können. Mit den positiven und auch negativen Anmerkungen unserer Kunden sind wir in der Lage, unsere Produkte mit besten Gewissen anbieten zu können oder eben aus dem Programm zu streichen. Besonders knifflige Individualreisen mit außergewöhnlichen Stationen präsentieren wir dann auf unser Rubrik “Individualreisen”.

Wenn ihr die 5000 Euro Preisgeld bei dem Gründerwettbewerb der Super Illu gewinnen würdet, was würdet ihr euch gönnen?

Hacienda Besuch auf der Halbinsel YucatanEs geht ums Gönnen oder:-)? Dann würde ich Ireen schnappen und eine kleine Lateinamerikareise starten. Unsere Mexikoreise 2008 war wirklich die beste Investition, die wir in unser Geschäft tätigen konnten. Daher wäre eine solche Reise wirklich sinnvoll. Wir würden uns Hotels anschauen und mit den lokalen Tourenanbietern die Sehenswürdigkeiten entdecken. Mit dem neugewonnen Wissen könnten wir dann unser großes Ziel angehen, weitere lateinamerikanische Reiseziele individuell zu organisieren.

Mit dem Geld was übrig bleibt, gäbe es dann eine große Fiesta Mexicana in der Hacienda am Cospudener See in Leipzig zu unserem 3-jährigen:-)….. für Kunden, Freunde und die Familie.

Wo siehst du MEXICO MIO zu seinem 3., zu seinem 5. und zu seinem 10. Geburtstag?

Zum 3. Geburtstag sehe ich auf alle Fälle unsere MIO TOURS Website online. Mit der werden wir im 3. Jahr viel zu tun haben. Aber mit so einem neuen Projekt können wir uns super weiterbilden und unsere Kompetenzen erweitern. MEXICO MIO wird aber auf Fälle unsere Kernkompetenz bleiben und wir werden auf zahlreiche zufriedene Mexikoreisende schauen. Den Geburtstag feiern wir dann hoffentlich alle gemeinsam am See in der Hacienda:-).

Wir beim Mexikofest in LeipzigZum 5. Geburtstag sehe ich uns in einem eigenen kleinen Laden mit Schaufensterfront. Momentan sind wir ja noch in einer Bürogemeinschaft nahe der Leipziger Innenstadt, ohne Präsentationsfläche. Dann aber haben wir hoffentlich unsere eigenen 4 Wände und verkaufen neben zahlreichen Reisen nach Mexiko und Lateinamerika Kunsthandwerk aus dem jeweiligen Land. Die Leipziger sollen an unserem Laden vorbei gehen und so fasziniert von der exotischen Auslage sein, dass Sie gleich neugierig sind und rein kommen. Im Laden erwartet sie dann lateinamerikanische Musik, ein schönes gemütliches Ambiente und nette Reiseberaterinnen – wir und vlt. ja schon ein neuer Mitarbeiter.

Zum 10-jährigen habe ich mir noch gar nicht so richtig Gedanken gemacht. Aber ich würde mir wünschen, dass wir in 10 Jahren in Leipzig etabliert sind und unser Name ein Begriff ist. Im Internet will ich uns dann schon als alten Hasen wissen, der bei Google immer auf Platz 1 steht :-) Und ich hoffe, dass wir bei der Reiseberatung immer noch mit der selben Motivation und Freude rangehen, wie die letzten zwei Jahre.

Wie auch eben schon von dir sowie in den anderen „MEXICO MIO en persona“-Interviews angekündigt, werdet ihr euer Individualreiseangebot auf Rundreisen zu weiteren lateinamerikanischen Reisezielen ausweiten. Du hast den Beginn mit einer Reise nach Venezuela gemacht – Ireen wird in Kürze Costa Rica erkunden. Welche Länder stehen außerdem noch auf eurer Agenda?

Marlen mit Babykaiman in VenezuelaAuf dem Plan stehen Guatemala, Peru, Ecuador, Kolumbien und wie gesagt Venezuela und Costa Rica. Ich denke, dass gerade Venezuela sehr stark im Kommen ist, und – wenn sich die Sicherheitslage in Kolumbien zunehmend verbessert – auch dieses Land für unsere Kunden sehr attraktiv wird . Es sind wirklich mal andere Reiseziele. Venezuela lockt mit weißen Sandstränden, z.B. auf der Isla Margarita oder Los Roques, und mit seiner vielfältigen Flora und Fauna. Hier gibt es die Anden und das Orinokodelta. Neben Mexiko bietet es einfach viel mehr Naturspektakel, wie z.B. die großartigen Tafelberge. Für Kulturinteressierte ist dann aber eher wieder Mexiko interessanter. Oder Guatemala …. der Nachbar von Mexiko mit der gigantischen archäologischen Maya-Stätte Tikal. Gerade die Kombination aus einer Mexiko Rundreise mit dem Besuch von Guatemala ist sehr interessant.
Unsere Vorortagentur aus Guatemala auf der ITBAuf alle Fälle ist es uns sehr wichtig, das Land vorab zu bereisen und dadurch ein wenig kennenzulernen. Klar können wir jetzt nicht jedes Land so intensiv erleben, wie unser Topziel Mexiko, wo wir schon einige Zeit gelebt und gearbeitet haben. Aber mein 3-wöchiger Venezuelabesuch hat mir gezeigt, dass man auch mit einer Rundreise gut die Möglichkeit hat, Hotels und Touranbieter persönlich kennen zu lernen. So wie wir gern mit unseren Kunden auf einer individuellen Ebene sind, wünschen wir uns das eben auch von unseren Vor-Ort-Agenturen. Doch neben den Reisen nutzen wir natürlich auch die Touristikmessen, wie die ITB in Berlin, um unsere Partnerschaften zu pflegen und neue aufzubauen.

In welches lateinamerikanische Land zieht es dich derzeit am meisten hin und in welches so gar nicht?

Machu Picchu in PeruMein Favorit ist ja der Besuch von Machu Picchu. Ich habe jetzt schon so viel von Peru gehört und ich bin unsagbar neugierig auf das Land. Aber irgendwie bin ich auch sehr offen – sollte es ein interessantes Flugangebot geben, fliege ich auch gern in ein anderes lateinamerikanisches Reiseziel. Mich reizen sie irgendwie alle – auch Argentinien, Chile und ganz besonders Brasilien. Daher sollte unsere Agenda aus der vorangegangen Frage auch nicht allzu starr sein.

Selbst kleinere Länder wie Uruguay und sein Nachbar Paraguay klingen interessant. Wenn man sich mit diesen Ländern länger beschäftigt, kommen bestimmt so einige Geheimtipps zum Vorschein. Zumal der Besuch von Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, schnell von Argentinien aus möglich ist.

Mexiko wird aber immer eure „Nummer 1“ bleiben. Was begeistert dich persönlich so sehr an Mexiko? Welches ist dein absoluter Lieblingsplatz?

farbenfrohes MexikoMit Mexiko verbinde ich eine unsagbare Lebensfreude. Mit seiner Musik, den freundlichen Menschen, den schillernden Farben, der interessanten Kultur und dem unsagbar tollen Essen fasziniert es einfach jeden, der es schon einmal besucht hat. Vielleicht liegt dort einfach was in der Luft, was ein immer zum Lächeln bringt :-)…. mir erging es jedenfalls so, als ich dort gelebt habe.

Queretaro im Kolonialen HochlandMein absoluter Lieblingsplatz ist der Plaza de Armas in Queretaro. Die tolle Kolonialstadt liegt nicht weit weg von Mexico City, direkt im Hochland. Hier habe ich nach dem Studium ein Jahr verbracht. Das Stadtbild ist von den Spaniern beeinflusst und die Stadt ist die sauberste und gepflegteste von ganz Mexiko:-).  Der Plaza de Armas ist von zahlreichen Restaurants umgeben und es gibt dort immer was zu gucken – das Ambiente ist einfach herrlich. An den Markttagen geht dann vom Platz eine Straße ab, auf der dann kleine Schmuckstände zum schoppen einladen. Oh …. und da steht dann auch mein absoluter Lieblingsstand mit Schmuck! Als wir das letzte Mal 2008 mit unserer Grafikerin Anna in Queretaro waren, wollte ich ihr unbedingt diesen tollen Stand vorstellen – nur leider war gerade an diesem Tag zu:-(.

Hast du ein mexikanisches Lieblingsgericht?

Mole Essen in der Biznaga in QueretaroIch liebe Quesadillas (Teigtaschen mit Käse gefüllt) mit diversen Saucen. Eigentlich ein sehr einfaches Gericht, aber ohne die geht’s nicht! Als wir 2008 mitten in der Nacht in Mexico City gelandet sind, war es mein Wunsch, gleich eine Cantina an zu steuern und unsere Ankunft mit Quesadillas zu feiern.

In Oaxaca waren wir 2008 in dem Restaurant “Biznaga” und ich war schwer begeistert von der Mole (Schokoladensauce) mit Hünchen. Ach eigentlich ist die ganze mexikanische Küche wundervoll!

Und zum Schluss noch eine Frage, die ganz einfach zu beantworten ist: Wann und wo bist du geboren?

Mit unserem mexikanischen Freund Ruben im SpreewaldIch bin am 22.07.1980 in Cottbus, Brandenburg geboren. Ich finde es super interessant, dass Ireen ebenfalls aus Brandenburg stammt. Wir haben uns auf Anhieb verstanden – vielleicht war es die kleine Berliner Schnauze, die uns während des Studiums zusammen geführt hat :-). Nun wohnen wir beide in der Großstadt Leipzig und fühlen uns pudelwohl hier. Unsere Wurzeln wollen wir aber trotz allem nicht vergessen…

gerade unserem mexikanischen Freund Ruben hat der Spreewald sehr gut gefallen:-)