Chiapas in Mexiko – Natur, Maya-Kultur & ursprüngliche Reiseerlebnisse
AUTORIN
Marlen Gehrke
Chiapas ist eine der eindrucksvollsten Regionen Mexikos: wild, grün, kulturell tief verwurzelt
und voller Orte, die lange nachwirken. Zwischen dem Sumidero Canyon, San Cristóbal de las Casas,
indigenen Dörfern, Wasserfällen und der Maya-Stätte Palenque zeigt sich Mexiko von einer besonders
ursprünglichen Seite.
In diesem Reiseführer zeigen wir, warum sich Chiapas für eine Mexiko Rundreise lohnt, welche Orte
ihr einplanen solltet und worauf ihr bei Route, Reisezeit, Sicherheit und Transport achten solltet.
Warum nach Chiapas reisen?
Chiapas ist kein Reiseziel für Menschen, die nur schnell Sehenswürdigkeiten abhaken möchten.
Es ist eine Region für Reisende, die Mexiko tiefer erleben wollen: mit Dschungel, Hochland,
Kolonialstädten, Maya-Kultur, indigenen Traditionen und spektakulären Naturlandschaften.
Chiapas eignet sich besonders für:
- Naturliebhaber
- Kulturinteressierte
- Rundreisen durch Südmexiko
- Kombinationen mit Yucatán
- Reisende, die Mexiko ursprünglicher erleben möchten
Chiapas auf der Mexiko Rundreise: Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für Chiapas sollte man mindestens vier bis fünf Tage einplanen. Wer zusätzlich Yaxchilán,
Bonampak oder den Lacandonischen Dschungel besuchen möchte, reist entspannter mit sechs bis acht Tagen.
Beispielroute Tag für Tag für Chiapas
- Tuxtla Gutiérrez oder Anreise über Oaxaca
- Sumidero Canyon
- San Cristóbal de las Casas
- Chamula & Zinacantán
- Agua Azul & Misol-Ha
- Palenque
- Weiterreise nach Campeche, Mérida oder Yucatán
Sumidero Canyon – Bootsfahrt zwischen gewaltigen Felswänden
Der Sumidero Canyon gehört zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen in Chiapas. Bei einer Bootsfahrt
gleitet man zwischen steilen Felswänden hindurch, beobachtet mit etwas Glück Krokodile, Wasservögel
und die üppige Vegetation am Flussufer. Eine großartige Flora und Fauna erwartet euch und nach zirka 45 Minuten Bootsfahrt kommt man zur höchsten Stelle des Canyons, bei der das Boot zwischen über 1000 Meter hohen Felswänden hindurch fährt. Es folgen auch verschiedene kleine Naturorte, bevor die Tour so ca. nach zwei Stunden ihr Ende am Bootsableger nimmt.
Der Canyon lässt sich gut mit der Anreise nach San Cristóbal de las Casas verbinden.
den Ausflug mit einem kurzen Stopp in Chiapa de Corzo.
San Cristóbal de las Casas – koloniales Hochlandflair in Chiapas
San Cristóbal de las Casas ist für viele Reisende das Herz von Chiapas. Die Stadt liegt im Hochland,
wirkt temperaturmäßig deutlich kühler als andere Regionen Südmexikos und verbindet koloniale Architektur mit Märkten,
Kunsthandwerk, Cafés und einem ganz eigenen Rhythmus. Die Stadt ist sehr sauber und die Leute hier sind überaus freundlich. Leider gehört Chiapas zu den ärmsten Bundesstaaten Mexikos. Bettelnde Kinder und stets wachsame Händler gehören hier zum Alltag. Trotzdem können wir die Stadt mitsamt ihres ganz eigenen Flairs voll und ganz empfehlen. Es gibt hübsche Plätze, stylische restaurants und viele kleine Cafés, sowie idyllische Hotels, meist mit Innenhof und der Handwerksmarkt eignet sich ideal, für sämtliche Souvenir-Wünsche.
Was ihr in San Cristóbal erleben könnt
- Bummel durch die Altstadt
- Besuch der Märkte
- Kirchen und Aussichtspunkte
- Restaurants und Cafés mit regionaler Küche
- Ausflüge in indigene Dörfer
Mehr über San Cristóbal de las Casas lesen
San Juan Chamula & Zinacantán – indigene Kultur mit Respekt erleben
Die Dörfer San Juan Chamula und Zinacantán gehören zu den sensibelsten und zugleich eindrucksvollsten
Ausflugszielen rund um San Cristóbal, wenn nicht sogar ganz Mexiko. Besonders die Kirche von Chamula ist ein Ort, der tief berührt,
aber auch Respekt verlangt.
Wichtig für euren Besuch
- Besucht die Dörfer am besten mit lokalem Guide, um Gepflogenheiten und Verhaltensweisen besser zu verstehen.
- In der Kirche ist das Fotografieren ausdrücklich verboten (Es droht die Entnahme der Kamera).
- Fotografiert Menschen nur nach ausdrücklicher Erlaubnis. Sie glauben die Seele würde geraubt werden und möchten nicht fotografiert werden.
- Begegnet Ritualen und Traditionen mit Zurückhaltung.
Hier ein Ausschnitt unserer eigenen Beobachtungen: „Wir kauften uns eine Eitrittskarte im Tourismusbüro und als wir die Kirche betraten, leuchteten uns hunderte Kerzen entgegen. Auf dem mit Tannenzweigen ausgelegten Boden saßen alte und junge Frauen und Männer des Dorfes und lauschten den Ratschlägen ihres „Curanderos“. Curanderos sind die traditionellen Heiler, die bei allen Problemen aufgesucht werden. Die Bewohner Chamulas beten dann in der Kirche ihre Erdgeister und tierischen Schutzgeister an und bringen ihnen Opfergaben wie Eier, Hühner, Weihrauch oder Posh dar. Posh ist ein traditioneller, hochprozentiger Schnaps aus Zuckerrohr, der dazu beiträgt, sich in Trance zu versetzen und mit den Geistern Kontakt aufzunehmen. Leider wird dieses Ritual immer mehr vom Coca-Cola-Konsum verdrängt, denn die Chamula glauben, dass durch Rülpsen die bösen Geister den Körper verlassen und Krankheiten verschwinden.
Danach fuhren wir weiter nach Zinacantán. Hier werden sehr viele Blumen angepflanzt und exportiert, was dem Dorf einen finanziellen Vorteil gegenüber den Bewohnern von Chamula bringt. Dennoch ist die Armut zu spüren. Die Kirche des Dorfes ist voll von Blumen. Auch hier holt man vorher die Erlaubnis beim Tourismusbüro ein. Nach der Besichtigung der Kirche besichtigten wir das Haus einer Weberfamilie und sahen die Arbeit am Webstuhl. Es werden tolle Webwaren angeboten und man wird auch eingeladen, den einheimischen Schnaps zu probieren.
Dieser Besuch hat uns sehr zum Nachdenken über die Frage angeregt, inwieweit man hier als Tourist überhaupt etwas zu suchen hat, da man in eine fremde Lebenswelt eindringt. Man wird zwar geduldet, aber nicht freudig erwartet, was man auch zu spüren bekommt.
Agua Azul & Misol-Ha – Wasserfälle auf dem Weg nach Palenque
Zwischen San Cristóbal und Palenque liegen zwei der bekanntesten Naturstopps in Chiapas:
die Wasserfälle von Agua Azul und der Wasserfall Misol-Ha. Je nach Jahreszeit leuchtet das Wasser
türkisblau bis grünlich, eingerahmt von üppiger Vegetation.
Agua Azul
Mehrere Kaskaden, intensive Farben und viele Fotomotive machen Agua Azul zu einem beliebten Stopp.
Misol-Ha
Misol-Ha wirkt kompakter, aber sehr atmosphärisch. Besonders schön ist der Blick auf den frei fallenden
Wasserstrahl vor der grünen Kulisse.
Eigene Erlebnisse von unseren Reisen: Das Wasser des Agua Azul Wasserfalls ist je nach Jahreszeit grün oder eben richtig azurblau. Man ist die ganze Zeit mit fotografieren beschäftigt, da sich immer wieder neue, wunderschöne Perspektiven ergeben und die Stromschnellen einfach so lebendig sind. Gut durchgeschwitzt setzten wir unsere Tour zum Wasserfall Misol-Ha fort, der genauso schön und auch zum Baden geeignet ist.
Palenque – Maya-Stätte im Dschungel
Palenque ist einer dieser Orte, an denen Geschichte, Natur und Atmosphäre ineinanderfließen.
Die Maya-Stätte liegt am Rand des Dschungels. Brüllaffen, tropische Geräusche und das besondere Licht
machen den Besuch zu einem der großen Höhepunkte einer Chiapas Reise.
Für viele Rundreisen ist Palenque außerdem der Übergangspunkt Richtung Campeche und Yucatán.
Yaxchilán & Bonampak – Maya-Kultur abseits der klassischen Route
Wer mehr Zeit mitbringt, sollte über einen Ausflug nach Yaxchilán und Bonampak nachdenken.
Diese Orte führen tiefer in den Lacandonischen Dschungel und zeigen eine andere, abenteuerlichere
Seite von Chiapas. Achtung – diese Ausgrabungsstätte ist nur mit dem Boot erreichbar.
besondere Routen und weniger besuchte Orte interessieren.
Von Chiapas nach Yucatán – die ideale Verbindung für Südmexiko
Chiapas lässt sich hervorragend mit Campeche, Mérida und der Halbinsel Yucatán kombinieren.
Die Route von Palenque nach Campeche oder Mérida ist eine sinnvolle Verbindung zwischen dem grünen,
ursprünglichen Süden und den kolonialen Städten sowie Stränden Yucatáns.
Mögliche Weiterreise
- Palenque – Campeche
- Palenque – Mérida
- Palenque – Calakmul
- Palenque – Bacalar
- Palenque – Riviera Maya
Unser abenteuerliches Erlebnis, als wir einst von Palenque auf eigene Faust nach Campeche reisen wollten:
Da es nur noch zwei Nachtbusse nach Campeche gab, fuhren wir mit dem „Colectivo“ (Sammeltaxi) bis zu einem Autobahnkreuz. Am sogenannten „Crucero de Playas“ sollten angeblich stündlich Busse nach Campeche halten. Dort angekommen mussten wir erstmal vor der Sonne flüchten und der einzig schattige Platz war der Taxistand, an dem sich mehrere neugierig blickende Taxifahrer aufhielten. Von jedem bekamen wir dann eine andere Uhrzeit für den Bus nach Campeche genannt, bis uns zum Schluss der Ticketverkäufer persönlich mitteilte, dass der nächste Bus gegen 17 Uhr aufkreuzen würde. Uppss! 40 Grad im Schatten und die Aussicht auf fünf nervige Stunden Wartezeit an einer staubigen Straße versetzten uns nicht gerade in Jubelstimmung und nach einigen geleerten Wasserflaschen gelang es uns, ein Auto anzuhalten, welches uns nach Campeche mitnahm. Gut durchgeschwitzt kamen wir gegen halb sieben abends in Campeche an.
Diese Art der Fortbewegung können wir unseren Kunden natürlich nicht empfehlen. Für sie buchen wir den durchgehenden 1.-Klasse-Bus von Palenque nach Campeche, der morgens losfährt.
Beste Reisezeit für Chiapas
Chiapas kann grundsätzlich ganzjährig bereist werden. Besonders angenehm sind meist die trockeneren
Monate von November bis April. In der Regenzeit (Mai bis Oktober) ist die Landschaft besonders grün und die Natur wirkt sehr intensiv, allerdings können
Straßen, Wasserfälle und Fahrzeiten stärker von Wetterbedingungen beeinflusst werden.
Sicherheit, Straßen & Reiseplanung in Chiapas
Chiapas ist eine faszinierende Region, aber nicht jede Strecke sollte spontan oder ohne Ortskenntnis
geplant werden. Gerade bei längeren Fahrten, abgelegenen Zielen und Besuchen indigener Gemeinden ist
eine gute Organisation und bestenfalls Begleitung durch einen lokalen Guide wichtig.
Worauf ihr achten solltet
- realistische Fahrzeiten einplanen
- abgelegene Strecken nicht unterschätzen
- lokale Guides für sensible Kulturorte nutzen
- aktuelle Hinweise zur Reiseroute prüfen
- bei Individualreisen auf gute Transfers und sinnvolle Etappen achten
Chiapas individuell oder in der Gruppe erleben
Chiapas eignet sich besonders für Reisende, die Mexiko nicht nur sehen, sondern wirklich erleben möchten.
Wir helfen Ihnen gern dabei, Chiapas sinnvoll in Ihre Mexiko Rundreise einzubauen – mit passenden Etappen,
ausgewählten Unterkünften, guten Guides und einer Route, die zu Ihrem Reisestil passt.
Mexiko Reise unverbindlich anfragen
Nichtsdestotrotz empfehlen wir für einen kurzen Einblick in Chiapas auch gern unsere Klassische Route, die Mexico Lindo Rundreise, um zunächst eine leise Ahnung, jedoch mit Führung in der Gruppe, dieses Bundesstaates voller Geheimnisse zu bekommen.
Häufige Fragen zu Chiapas
Wie viele Tage sollte man für Chiapas einplanen?
Mindestens vier bis fünf Tage. Wer Yaxchilán, Bonampak oder den Lacandonischen Dschungel einbauen möchte,
sollte eher sechs bis acht Tage einplanen.
Lohnt sich Chiapas auf einer ersten Mexiko Reise?
Ja, besonders wenn Kultur, Natur und ursprüngliche Orte eine Rolle bei der Suche spielen. Für reine Strandreisen ist Chiapas
dagegen nicht die passende Region.
Kann man Chiapas mit Yucatán kombinieren?
Ja, die Kombination ist sogar sehr reizvoll. Häufig führt die Route über Palenque weiter nach Campeche,
Mérida, Calakmul oder Bacalar.
Braucht man in Chiapas einen Guide?
Nicht überall, aber für Orte wie Chamula, Zinacantán, Yaxchilán oder Bonampak ist ein guter lokaler Guide
sehr empfehlenswert.
Unser Fazit: Chiapas ist Mexiko für Entdecker
Chiapas ist intensiv, manchmal herausfordernd, aber unglaublich bereichernd. Wer Mexiko abseits der
klassischen Strandrouten erleben möchte, findet hier eine Region voller Tiefe: mit Dschungel, Maya-Stätten,
Wasserfällen, Hochlandstädten und lebendigen indigenen Traditionen.
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