MEXICO MIO Team, Mexiko Reiseberichte

3. Teil Reisebericht: Mit dem Mietwagen unterwegs in Yucatan

Am Freitag, den 28.3. ging es dann weiter nach Palenque. Um aus Campeche rauszukommen, mussten wir eigentlich nur den Malecon (Strandpromenade) finden und dann Richtung Champotón fahren. Die Strasse führte recht nah an der Küste entlang. Für die Aussicht war das natürlich schön, aber man kann sich vorstellen, dass es für das Ökosystem nicht so gut ist. Na jedenfalls tuckerten wir so die MEX 180 entlang und verlockende Strandabschnitte mit den Namen „Playa Bonita“ waren alles andere als einladend. Dabei hatten wir gehofft vlt. noch mal kurz in den Golf hüpfen zu können. Da es recht langsam voran ging, fuhren wir bei der nächsten Gelegenheit doch auf die Cauta (mautpflichtige Strasse) bis nach Champotón. Ab da weiter auf der freien MEX 261 bis nach Escárcega und von dort auf der MEX 186 nach Catazajá. Ab hier wurde es etwas kniffliger weil die Strassenbeschilderung nicht den Weg nach Palenque anzeigte. Höhe Catazajá gibt es eine Tankstelle. Gleich dahinter führt eine kleine Strasse nach links auf die MEX 199, diese war von unserer Seite jedoch nicht beschildert. Wenn man diese linke Abfahrt verpasst und weiter gerade aus fährt, landet man irgendwann in Villahermosa. Uns ist es zum Glück aufgefallen und haben gewendet. Aus der anderen Richtung kommend, wurde der Abzweig nach Palenque komischerweise angezeigt. Nun ja wir haben es ja nun dann doch gefunden und gegen 15 Uhr erreichten wir das Hotel. Es war also eine recht lange Autofahrt aber man muss sagen, dass die Strecke landschaftlich sehr ansprechend war, denn entlang der Straßenränder war es üppig grün.

Im Hotel angekommen, war uns dann nur nach dem Pool zumute. Das Hotel Plaza Palenque liegt in der Ortschaft und ist recht einfach, aber der Poolbereich war für den Nachmittag genau das Richtige. Auf dem Gelände gab es sogar ein paar Affen in den Baumwipfeln. Am Abend rief die Pflicht und ich schaute mir noch zwei Hotels an. Das Villamercedes liegt auf der Straße direkt zur Ausgrabungsstätte von Palenque. Hier ist es unsagbar grün, da der Dschungel direkt vor der Haustür liegt. Die Hotelanlage hat auch einen Pool – der fällt zwar etwas klein aus, verglichen mit der Größe der Anlage – aber der Blick aus dem Wasser auf das hügelige Umland ist einfach fantastisch. Und auch hier hört man die Brüllaffe in den Baumwipfeln schreien.

Zum Abendessen ging es in das Boutique Hotel Quinta Cha Nab Nal. Doch vor dem Essen liessen wir uns vom deutsch-italienischen Besitzer Raphael Tunesi die Zimmer zeigen. Das besondere ist, dass die Zimmer alle in einem von ihn entwickelten Maya Stil ausgestattet sind. Die Möbel sind alle handgefertigt und man sieht die Liebe zum Detail in jedem Winkel des Hotels. Der Besitzer ist ein fantastischer Erzähler und hat ein enormes Wissen über die Mayakultur. Beim Warten auf das Dinner erzählte er spannendes über diese einzigartige Kultur und über die Entwicklung seines Hotels. Für ihn steht der persönliche Plausch mit seinen Gästen an wichtigster Stelle und es ist für ihn kein Problem, seine Gäste den ganzen Abend interessant zu unterhalten. Einer individuellen Behandlung seiner Gäste und einem hohen Qualitätsstandard kann man sich hier sicher sein. Das Abendessen war übrigens hervorragend und absolut empfehlenswert, auch wenn man kein Hotelgast ist, ist man herzlich eingeladen hier zu speisen und es war nicht mal ausgesprochen teuer.

 

Der Besuch von Agua Azul – Misol Ha – Ausgrabungsstätte von Palenque

Am nächsten Morgen fuhren wir auf der MEX 199 zu den imposanten Wasserfällen Agua Azul. Die Strasse war verhältnismäßig in Ordnung jedoch gab es auch ein paar Streckenabschnitte, die sehr baufällig waren. Auf alle Fälle war die Fahrt sehr kurvenreich und es dauerte auch 2 h bis wir ankamen. Aber auch diese Strecke war landschaftlich sehr reizvoll. An einigen Stellen waren Seile gespant und man wurde angehalten Obst und frisch gepresste Säfte bei der indigenen Bevölkerung zu kaufen. Ich empfehle, dass man hier genügend Kleingeld dabei hat, um diese erzwungenen Stopps zu meistern. Wer besonders gut vorbereitet ist, hat vlt. Stifte und Malutensilien für die Kinder dabei.

In Agua Azul nahmen wir an einer kleinen geführten Tour teil (50 Pesos pro Person). Vor Ort gibt es viele Guides die kleine Wanderungen, in den für lediglich für Touren vorbehalten Bereich von Agua Azul, anbieten. Diese führen die Touristen zu weiteren kleinen Wasserfällen, die vom Hauptweg nicht zugänglich sind. Wie sich herausstellte war diese Tour eine gute Idee. Mit einem kleinen Floss setzten wir über und vor uns eröffneten sich weitere zahlreiche türkisfarbene Wasserbecken. Eine kleine Wanderung führte uns zu schönen Fotomotiven und kleinen Wasserfällen, bis wir zu guter Letzt im herrlich klaren Wasser baden konnten. Dieses Badeerlebnis war so toll, man wollte gar nicht mehr raus. Aber irgendwann ging es wieder zurück. Der öffentliche Badebereich von Agua Azul konnte da auch nicht mithalten. Wir schlenderten noch etwas herum, wurden von weiteren Tourenanbietern angesprochen und gönnten uns noch frisches Obst als kleine Mittagsstärkung. Weiter ging es zum Wasserfall Misol Ha. Auch hier nutzen wir wieder die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad.

Nun mussten wir aber langsam zurück nach Palenque. Da wir uns heute noch die archäologische Stätte anschauen wollten. Gegen 15 Uhr kamen wir dort an und obwohl ich nun Palenque schon das dritte Mal besuchte, ist es immer wieder faszinierend. Mit der Hitze ging es auch ganz gut, obwohl ich schon immer wieder geschaut habe, dass ich im Schatten stehe. Leider waren hier die lokalen Guides sehr teuer – gut man hätte bestimmt auch handeln können, aber wir entschieden uns für das Nachlesen im Reiseführer. So verbrachten wir zwei tolle Stunden auf dem Gelände (Geschichtsinteressierte unter Euch müssen wahrscheinlich viel mehr Zeit einplanen, dann ist der Besuch am Morgen empfehlenswert da die Anlage um 17 Uhr schliesst) und dann ging es wieder ins Hotel zurück. Für die letzte Nacht in Palenque haben wir dann noch mal das Hotel gewechselt. Es ging in das Ciudad Real Palenque, welches in vielen unserer Rundreisen eingebaut ist. Die Hotelanlage ist sehr groß, die Zimmer gemütlich und es hat einen tollen Pool. Der Restaurantbereich liegt unter einem schönen Palapa-Dach. Es ist alles da, was das Herz braucht. Leider liegt das Hotel nicht so schön, wie z.b. das Villamercedes aber im Garten hört man die Strasse nicht. Aber es ist nicht einladend für einen kleinen Abendspaziergang.

Am nächsten Morgen, den 30. März 2014 ging es dann nach Chicanna. Gegen mittag erreichten wir das Hotel Puerta Calakmul. Dies liegt an der Hauptstrasse – gleich dort, wo man zur Ausgrabungsstätte Calakmul abfahren muss. Der Plan war, dass wir uns im Hotelrestaurant erst mal stärken, dann Calakmul besuchen und dann weiter ins Hotel fahren. Das freundliche Hotelpersonal zeigte uns erst einmal die Zimmer. Die kleinen Cabañas waren schön im Dschungelstil dekoriert und ich fand es alles sehr charmant. Den Pool fand ich leider sehr klein und ich glaube es wäre gemütlicher in der Hängematte am Bungalow zu chillen als hier am Pool. Das Restaurant war auch sehr ansprechend. Es war mit einem riesigen Palapadach geschützt und ringsherum war es mit einem Moskitoschutz umkleidet. Es war also trotzdem irgendwie alles offen und man fühlte sich, als speise man direkt im Dschungel. Plötzlich hörten wir unendlichen Krach. Der Hotelangestellte zog uns mit ins Freie und zeigte in die Baumwipfel. Hier sass ein gigantischer Brüllaffe, der sein Revier verteidigte. Lange beobachten wir dieses imposante und laute Tier. Schließlich überzeugte uns das Hotelteam, dass wir den Calakmul-Besuch auf den nächsten Tag verschieben sollten. Sie meinten, dass man von hier noch jeweils 1,5 Stunden (eine Strecke!!!) nach Calakmul fahren müsste. Da es bereits nach 13 Uhr war, wären wir also erst gegen 15 Uhr da und dann wäre es unsagbar heiß und man hätte nicht genügend Zeit, da die Anlage um 17 Uhr schließt. (Gut im Nachhinein kenne ich jetzt auch die 2 stündige Fahrt über holpriges Pflaster und da es in Mexiko zeitig dämmert, wäre es ganz schön gefährlich dann nach 17 Uhr diese Strecke zu fahren!!).

Jedenfalls sind wir dann noch ca. 30 min gefahren und erreichten unser Ziel das Hotel Chicanna Ecolodge. Die Zimmer waren zweckmäßig aber nicht so urig eingerichtet wie in der Puerta Calakmul. Die zweistöckigen Hütten waren sehr hübsch und farbenfroh und es gab auch einen Pool. Hier verbrachten wir dann auch unseren Nachmittag. An was anderes war bei diesen Temperaturen auch nicht zu denken.

 

 

Die einsame Stätte von Calakmul

Am nächsten Morgen mussten wir schon sehr früh aufstehen. Um 6 Uhr ging es dann mit dem Mietwagen nach Calakmul, bzw. erst mal zur Abzweigung (bis dorthin war es eine halbe Stunde). Ab der Abzweigung ging es dann wie gesagt 60 km und 1,5 h die Strecke (2 mal Straßengebühren: insg. ca. 112 Pesos) zum Eingang der archäologischen Ausgrabungsstätte. Der Weg dorthin war verdammt holprig und löchrig doch so früh am Morgen unterwegs zu sein, hatte seinen Reiz. Aus dem Dschungel kommend kreuzten Rehe, Wildschweine, Pfauen und Füchse die kleine Strasse. Am Eingang angekommen, war es kurz nach 8 Uhr und da war auch schon ein Mitarbeiter da, der unseren Eintritt abkassierte (59 Pesos p.P.). Eine Kundin erzählte mir aber, selbst wenn man schon halb acht da ist und kein Kassierer da ist, kann man schon in die Anlage rein und zahlt einfach beim Rausgehen.

Vom offiziellen Eingang sind es noch mal ca. 800 m zu Fuss zu den ersten Ausgrabungen. Tatsächlich waren wir ca. 3 h auf dem Gelände. Auch wenn es noch zeitig am Morgen war, war es jedoch schon ganz schön heiß und ich kann mir vorstellen, dass es am nachmittag unerträglich warm sein muss. Wir hatten ja noch genügend Kraft und machten uns an den Aufstieg der 45 m hohen Estructura II an der Gran Plaza. Der Aufstieg war für mich ganz schön schwindelerregend aber ich wollte unbedingt hoch hinaus. Oben angekommen, war auch alles wieder vergessen und der Blick über den Dschungel war einfach atemberaubend. Und die Gran Plaza lag verlassen vor uns. Wir waren die einzigen auf dem Gelände und wir fühlten uns wie Könige. Wir sassen bestimmt fast eine Stunde da oben und genossen einfach diesen wahnsinnigen Ausblick.

Doch der Rückweg war wieder ganz schön heikel. Ich hatte kurz eine Panikattacke aber mein Mann hat mich Schritt für Schritt runter gelotst. Das Problem ist, dass die Stufen verdammt steil sind und natürlich schon sehr bröckelig. Mit klopfenden Herzen und schweissgebadet kam ich aber wieder unten an. Also ich muss sagen, dass dieser Auf- und Abstieg wirklich nur etwas für schwindelfreie Menschen ist. Für mich ging es wirklich ganz schön an die Grenze. Aber ich denke ich hätte mich geärgert, wenn ich den Aufstieg nicht gewagt hätte. Das besondere an der Anlage von Calakmul ist ja, dass die meisten Schätze noch gar nicht richtig frei gelegt sind. Ein Guide kann den Besucher wahrscheinlich die Stätte noch viel näher bringen, indem er ihm kleine abgelegene Stellen zeigt. Aber auch ohne Guide waren wir von der Anlage begeistert. Als wir wieder auf dem Rückweg zum Ausgang waren, sahen wir in den Baumwipfeln Spinnenaffen. Es war faszinierend wie lautlos sie vom Baum zu Baum zogen. Zurück zum Eingang liefen uns gerade mal noch 3 Besucher über den Weg. So was haben wir noch nie erlebt – eine archäologische Ausgrabungsstätte fast für einen alleine.

Auf den Rückweg mit dem Auto mussten wir dann schon etwas mehr auf den Gegenverkehr achten. Denn ein paar Wagen waren schon noch auf dem Weg dorthin. Im Nachhinein muss ich sagen, dass man wirklich den Morgen nutzen sollte, um dorthin zu fahren, denn die Hitze ist nicht ohne und ich denke auch die Tierwelt zeigt sich viel mehr noch so früh am Morgen.

Unser Mittagessen verzerrten wir in dem sehr netten kleinen Restaurant Sazon Veracruzano kurz hinter dem Ortsschild Xpuhjil. Nach dieser „Affenhitze“ freuten wir uns natürlich darauf, am Nachmittag an der Laguna Bacalar anzukommen. Aber bis dahin sollte es noch etwas dauern ca. 2,5 h. Gegen 17 Uhr kamen wir in unserem wunderschönen Hotel, dem Bacalar Lagoon Resort an. Leider hatten wir es verpasst das Fort direkt in der Ortschaft Bacalar zu besuchen. Von dieser alten Festung soll man einen wunderschönen auf den See mit seinen atemberaubenden Blautönen haben. Unser Hotel lag direkt am See und diese Ruhe vor Ort war einfach himmlisch. Wir genossen ein kurzes Bad und ein paar faule Minuten in der Hängematte bevor es ein sehr gutes Fischmenü im offenen Restaurant mit Blick auf den See gab. Den Abend verbrachten wir idyllisch am Beckenrand mit den Füssen im See baumelnd und Blick auf einen wunderschön klaren Sternenhimmel.

Reisebericht Teil 4

Previous Post Next Post

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Mexico Mio - 2. Teil Reisebericht: Mit dem Mietwagen unterwegs in Yucatan Dienstag, 7. Oktober 2014 at 15:29

    […] 15. Juli 20143. Teil Reisebericht: Mit dem Mietwagen unterwegs in Yucatan […]

  • Leave a Reply

    Die folgenden im Rahmen der DSGVO notwendigen Bedingungen müssen gelesen und akzeptiert werden:
    Durch Abschicken des Formulares wird dein Name, E-Mail-Adresse und eingegebene Text in der Datenbank gespeichert. Für weitere Informationen wirf bitte einen Blick in die Datenschutzerklärung.