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El Sargazo – Braunalgen an den mexikanischen Karibikküsten

Diesen Blogartikel möchte ich ganz ehrlich beginnen: Neulich hatten wir eine Beschwerde von Kunden, die in Tulum Badeurlaub verbringen wollten, aber durch eine Unmenge an Braunalgen nicht ins Wasser konnten. Wir hatten von diesem Phänomen gehört, hatten sogar bei Vorort-Partner in Playa del Carmen nachgefragt, aber es als periodisch auftretendes Problem eingeordnet.

Was ist „Sargazo“?

Skyline Webcam Playa del Carmen

In Mexiko sind die Braunalgen als „sargazo“ bekannt. Sie wurde schon immer phasenweise an die Karibikstrände gespült. Je nach Windrichtung und Strömung waren es mal mehr und mal weniger, tauchten mal hier und mal dort auf. Der Nordwind in unseren Wintermonaten vertrieb die Algen aber meist.

Wenn du jetzt aktuell im September 2018 bei Instagram mal nach dem Hashtag #sargazo suchst, wirst du Fotos von Stränden, auf denen ein richtiger „Wall“ an dunkeln Algen liegt, und Fotos von braunem Meereswasser finden. Türkisblaues Wasser und weiße Sandstrände sind nicht mehr überall zu sehen. Dieses Jahr wird sehr, sehr viel Sargassum an die Karibikküsten – nicht nur in Mexiko, sondern auch auf den Karibikinseln – gespült. Es ist ein Problem!

Woher kommt das viele Seegras?

„El mar de sargazo“ oder auch „der Sargassosee“ ist bekannt, er wurde wohl bereits von Kolumbus beschrieben. Dabei handelt es sich um ein riesiges Gebiet, in dem weitestgehend Windstille herrscht (Hier liegt wohl auch das Bermudadreieck) und das von Meeresströmungen „umkreist“ wird, und in dem es entsprechend ein riesiges Vorkommen an Braunalgen gibt. Das ist ein wichtiger Lebensraum für kleine Krebse und andere Meerestierchen.
Woher nun die Braunalgen in der Karibik kommen, ist noch umstritten. Ich habe im Internet gelesen, dass sich an den Mündungen von Amazonas in Brasilien und Mississippi in den USA ebenfalls Sargazo-Felder gebildet haben. Das schnelle Wachstum der Braunalgen ist – so heißt es – auf die Düngemittel und Abfälle, die im Flusswasser transportiert werden, zurückzuführen.

Loco Gringo Webcam Akumal

Wer ist Schuld an den vielen Algen?

Wenn die eben erwähnte Theorie stimmt, dann müssen wir uns wohl alle an die eigene Nase greifen! Überdüngung ist auch hier in Deutschland ein Problem. Und es ist ein großes Problem in Brasilien, wo Regenwälder abgeholzt werden um Felder für Soja zu gewinnen. Gedüngtes, also schnell wachsendes Soja, das Tieren verfüttert wird … weil du und ich einen unersättlichen Appetit auf Fleisch haben.
Jetzt habe ich das Problem nur schnell und etwas überspitzt formuliert. Hier müssten wir eigentlich auch das Müllproblem ansprechen und eigentlich auch den Massentourismus in der Karibik. Eigentlich möchte ich nur, dass du dich selbst etwas tiefgreifender mit dem Thema beschäftigst und für dich überlegst, was du tun kannst.

Du bist Badeurlauber an der mexikanischen Karibikküste – was sollst und kannst du machen?

Aktuell diese Woche sind viele Strände an der mexikanischen Karibikküste betroffen. Tulum, das schon das ganze Jahr mit den Braunalgen zu kämpfen hat, aber auch Akumal und bis hoch nach Cancún. Zwischendrin gibt es aber immer wieder Abschnitte, die frei von Sargazo sind. Entweder die großen Hotels räumen ihre Strände frei oder es gibt Buchten, die von Wind und Meeresströmung geschützt sind.
Wenn dein Strandabschnitt sehr betroffen ist, dann solltest du nicht ins Wasser gehen. Die Algen am Strand stinken leider auch in der Wärme recht unangenehm, so dass du sowieso keine Lust darauf haben wirst. Als Mexico Mio-Kunde kannst du natürlich bei uns nachfragen. Informiere dich auch im Internet, z.B. bei Instagram, nach Stränden, die frei sind. Auf der Isla Mujeres und auf der Isla Holbox sieht es wohl sehr gut aus. Als unsere Kunden im August reklamierten, war auch Cancún weitestgehend verschont von den Braunalgen. Entlang der gesamten Riviera Maya Küste gibt es Cenotes, mit Süßwasser gefüllte Kalksteinlöcher, in denen auch gebadet werden kann. Schau sie dir an – sie sind bezaubernd – und erfrische dich dort!
Auch die Laguna Bacalar südlich der Riviera Maya ist idyllisch und mit herrlichem Wasser.
Und natürlich hast du in einer größeren Hotelanlage Poollandschaften, auf die du ausweichen kannst, wenn es an deinem Strand nicht schön ist.

Wie geht es nun weiter?

Alle hoffen natürlich erst einmal auf den Wind aus dem Norden, der spätestens im November die Algen forttreiben soll. Wir können leider keine Prognose abgeben, wie sich el Sargazo entwickeln wird. Wird es nächstes Jahr wieder so schlimm? Welche Strandabschnitte werden betroffen sein? Wir müssen auf alle Fälle unsere Kunden für dieses Thema sensibilisieren.

Die Hotels und Strandorte räumen das Seegras wie gesagt vom Strand weg. Wer Radlader hat, kann das in großem Stil tun. Wer nur mit einem Pick-up und Mistgabeln ausgerüstet ist, kann gerade einmal abschnittsweise die alten, stinkenden Algen entfernen.
Zum Teil werden bereits Netze im Meer angebracht, die das Seegras zurückhalten sollen. Sicher denkt der Bundesstaat Quintana Roo, zu dem ja die Karibikküste gehört, über eine Installation der Netze im großen Stile nach. Von der Regierung wurden Expertenteams gegründet, die Universitäten sind längst mit dem Phänomen beschäftigt – es wird nach Lösungen gesucht.

Für den Tourismus in der Karibik ist es fatal. Die schlechten Schlagzeilen über die Sicherheit in Mexiko haben die Touristen nicht vom Reisen abgehalten. Aber wenn es keinen Verlass mehr darauf gibt, dass die Strände weiß und das Meereswasser türkisblau sind, wenn zeitweise nicht im Meer gebadet werden kann, dann werden die meisten Badeurlauber wegbleiben. Wir als Individualreiseveranstalter für Mexiko haben meist kulturell interessierte Reisende, die auf Rundreisen in die mexikanischen Kultur, in Land und Leute eintauchen. Oft werden nur 2 – 3 Tage am Ende am Strand verbracht oder gar kein Badeurlaub eingeplant. Deswegen haben wir wahrscheinlich vorher auch keine Beschwerden bekommen, weil die Algen als natürliche Gegebenheit hingenommen wurden und der Urlaub an sich ja nicht beeinträchtigt war.
Aber Tatsache ist, dass die Küstenbewohner zwischen Cancún und Mahahual vom Tourismus leben. Das Wegbleiben der Touristen würde unzählige Existenzen zerstören!

Aktuelles im Oktober 2018:

Aktuelles im November 2018:

Gerade erreichten uns Fotos von der Isla Holbox. Mitte November gibt es hier etwas Seegras, wie man erkennen kann. Trotzdem sehen die Strände schön aus und die Badeurlauber vor Ort sind sehr zufrieden.

Auch für die Riviera Maya gilt nach wie vor, dass es tagesabhängig mal mehr und mal weniger Algen sind. Insgesamt ist der Zustand der Strände gut und die Hotels räumen natürlich auch täglich angeschwemmtes Seegras weg.
Wie die Situation 2019 sein wird, können wir leider nicht vorhersagen.

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