Kulinarik

Köstliche Tamales

20080909_1977479680_1Tamales sind ein traditionelles amerikanisches Gericht, mit einer über 5000 Jahre alten Tradition. Der Grundstoff ist Masa (Mais)-Teig, dieser wird normalerweise gefüllt mit einer süßen oder herzhaften Füllung und dann eingewickelt in Pflanzenblätter (z. B. Banane) oder Maishülsen. Nachdem alle Zutaten übereinander geschichtet wurden, werden die Tamales gedämpft, bis sie gar sind. Der Maisteig hat dann eine kuchenteigähnliche Konsistenz. Tamales wurden ursprünglich als Ration für Krieger des historischen Amerikas zubereitet und waren so allgegenwärtig und unterschiedlich wie das heutige Sandwich.

20080909_1777859391_2Der Maisteig (Kugeldurchmesser ca. 2,5 cm) wird wie Butter mit einem Löffel auf ein Pflanzenblatt geschmiert. Anschließend wird die Füllung mit einem Löffel auf ein Pflanzenblatt aufgetragen. Die üblichste (und traditionelle) Füllung ist Schweine- oder Hühnerfleisch mit entweder roter oder grüner Salsa. Eine weitere traditionelle Variante ist es, der Maismischung Zucker hinzuzufügen und mit Rosinen oder anderen getrockneten Früchten zu füllen und somit eine süße Tamale herzustellen (tamal de dulce). Anstatt der Maisblätter werden in den tropischen Teilen des Landes, wie den Anrainerstaaten des Golfes von Mexiko, Oaxaca, Chiapas, und der Halbinsel von Yucatán, Bananenblätter verwendet. Die Seiten des Blattes werden zur Mitte hin gefaltet und anschließend ungefähr eine Stunde lang gedämpft, bis der Teig eine kuchenähnliche Konsistenz aufweist. Die Zubereitung ist oft ein sozialer Anlass, bei dem sich Freunde und Verwandte treffen, um hunderte Tamales zuzubereiten, Klatsch und Tratsch auszutauschen, Musik zu machen oder einfach nur zusammen zu sitzen und anschließend die fertigen Tamales aufzuteilen.

20080909_1628988931_4_002Tamales werden von Land zu Land zu unterschiedlichen Tageszeiten und in den unterschiedlichsten Variationen angeboten. In Mexiko z.B. sind Tamales ein zum Frühstück serviertes Gericht, das von Straßenhändlern in großen, dampfenden Töpfen (tamaleras) angeboten wird. An manchen Orten wie Zacatecas wird die Tamale oft in kleine Weizenbrote gelegt und wird so zur torta de tamal, die so reichhaltig ist, dass sie bis zur traditionell späten Mittagszeit reicht. In Kolumbien z.B. heißen sie Boyacense und Santandereano; in Peru wiederum werden die Tamales besonders scharf gewürzt und werden zusammen mit Oliven, Eiern, Erdnüssen oder einem Stück Chilischote serviert und in El Salvador und Honduras gibt es zum Mittagessen auch Fischtamales (Tamale pisque). In Guatemala gibt es zu den üblichen Varianten auch Tamales ohne Füllung, die als „Brot“ oder sättigende Beilage einer Mahlzeit mit gereicht werden. Beliebt ist auch, um eine vollwertige Mahlzeit zu erhalten, die Tamales zusammen mit Atole, einer heißen Schokolade zu servieren.

20080909_1814063814_1Wer schon jetzt, vor dem nächsten Urlaub in Lateinamerika, mal einige Tamales-Varianten probieren möchte, kann dies tun, denn inzwischen gibt es sie auch hier in Deutschland.

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1 Comment

  • Reply Día de la Candelería in Mexiko und Peru - Mexico Mio Montag, 1. Februar 2010 at 17:58

    […] das Plastikpüppchen hatte, die “Fiesta de la Candelaría” ausrichtet. Meist werden Tamales und andere Maisgerichte vorbereitet. Das hat wiederum prehispanische Wurzeln, denn das Fest […]

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