Mexiko Reiseberichte

Mexiko Individualreise

Liebes México-Mio-Team,
wie versprochen hier noch eine etwas detailliertere Rückmeldung zu meiner vierwöchigen Mexiko-Reise vom August 2012. Die im Folgenden gegebenen Einschätzungen entsprechen meinem persönlichen Empfinden und sind außerdem auch eine „Momentaufnahme“ vom August 2012. Ich hoffe, damit dennoch zukünftigen Mexikoreisenden die ein oder andere nützliche Info zu geben. Dennoch setzt jeder andere Prioritäten, die Gegebenheiten können sich außerdem schnell ändern. Dies bitte ich alle beim Lesen im Hinterkopf zu behalten.
Vielleicht vorab noch ein Hinweis zu meiner grundsätzlichen Reiseorganisation: Diese war eine Mischung aus über México Mio vorgebuchten Programmteilen und Hotels und eigener
Organisation. Zu Beginn stand außerdem ein einwöchiger Sprachkurs in Playa del Carmen und am Ende ein mehrtägiger Aufenthalt in La Paz, Baja California, aus privaten Gründen (Hochzeit einer Verwandten).

Meine Mexiko Hotels

  • Hotel Caribe, Mérida
    Preis-Leistung in Ordnung, angenehmer Frühstücksbereich im Freien (wenn auch logischerweise recht warm), eher altmodisch (was aber auch seinen Charme hat), Personal freundlich und bemüht
  • Hotel One, Playa del Carmen
    Preis-Leistung sehr gut, aus meiner Sicht uneingeschränkt empfehlenswert, Zimmer modern, funktional und sauber (vielleicht für anspruchsvolle Gemüter zu spartanisch), reichhaltiges Frühstückbuffet, Personal immer nett, freundlich, hilfsbereit
    Einziger kleiner Nachteil: Zimmer sind sehr hellhörig. (Das Hotel selber ist ruhig gelegen).
    Für jemanden, der in Playa del Carmen einen Strandurlaub machen will, ist die Lage nicht so top, für mich war sie optimal; allerdings sind Strand und avenue 5 problemlos zu
    Fuß erreichbar.
  • Hotel Francia, Oaxaca
    Preis-Leistung vielleicht eher grenzwertig (weiß jetzt aber den Preis gerade nicht mehr). War ich nur eine Nacht und nicht so begeistert – kann aber auch nichts direkt
    Nachteiliges sagen. Das Zimmer war nicht besonders – aber das Hotel hat möglicherweise schönere Zimmer für Gäste, die länger als eine Nacht bleiben.Vorteil ist die zentrale Lage.
    Personal an der Rezeption war hilfsbereit, aber unwissend.
  • Cabaña in San Antonio Cuajimoloyas (Dorf der Pueblos Mancomunados)
    Selbst organisiert über das Büro von Sierra Norte in Oaxaca. Ich hatte alleine eine Vierbett-Hütte (man zahlt dann auch den Preis für vier Personen, der ungefähr im
    unteren Bereich meiner Hotels lag). Die Hütte inkl. sanitärer Einrichtungen ist absolut o.k., die einzige „Heizung“ ist allerdings ein offener Kamin, was zwar sehr romantisch ist,
    aber nicht für großartige Wärme reicht (man befindet sich auf ca. 3.300 m Höhe, da wird es besonders nachts ziemlich frisch).
  • Hotel Las Golondrinas, Oaxaca
    Dieses Hotel habe ich mir selber nach meiner Rückkehr aus den Pueblos Mancomunados gesucht, bevor ich am nächsten Tag weiter nach Puebla gefahren bin.
    Lag preislich im üblichen Rahmen und war angenehmer als das Hotel Francia, aber auch nicht ganz so zentral. Kann aber auch da nicht allzuviel dazu sagen, da ich nur eine Nacht
    dort war.
  • Cabaña am La Malinche
    Ähnlich der Hütte in Cuajimoloyas, teurer (oberer Bereich meiner Hotels), wenn man eine alleine will. Kein offener Kamin, sondern Elektro-Heizkörper, der aber vermutlich
    auch nicht so viel bringt. Es war aber insgesamt etwas wärmer. War ich nur eine Nacht, da ich nach der Besteigung des Malinche gleich wieder nach Puebla zurück bin.
  • Gilfer-Hotel in Puebla
    Selber ausgesucht (aus Lonely-Planet-Reiseführer). Preis-Leistungsverhältnis o.k. War da aber auch nur eine Nacht.
  • Hotel Holiday Inn Zocalo in Mexico City
    Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut. Top-Lage, genial ist auch die Dach-Terrasse mit Blick auf Kathedrale und Zocalo. Zimmer nicht besondes groß, aber als Einzelzimmer
    absolut ausreichend. Großes Frühstücksbuffet. Einziger Kritikpunkt: Ziemlich gleichgültige, unaufmerksame Kellner (nicht nur meine Meinung). Leute an der Rezeption dagegen immer freundlich und hilfsbereit.
  • Hotel Quality Inn in Chihuahua
    Preis-Leistung o.k., Lage sehr zentral, aber mehr kann ich dazu nicht sagen, war nur eine Nacht und ohne Frühstück, da es früh morgens gleich mit dem Zug weiterging.
  • Best Western in Creel
    Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut. Hotel, in dem es mir am besten gefallen hat – das Konzept mit den über eine Außengalerie zugänglichen Zimmern, vor denen auch noch
    eine hölzerne Bank aufgehängt war, ist sehr nett. Zimmer großzügig, Leute an der Rezeption hilfsbereit und freundlich (wenn auch nur bedingt gut informiert), Frühstück
    o.k (leider kein Buffet), Restaurant gut. Lage nicht so ganz zentral, aber das macht nichts (vom/zum Bahnhof gibt es außerdem einen Hol- und Bringdienst). Etwas umständlich ist
    es, wenn man Sachen im „Safe“ deponieren will, die werden an der Rezeption in eine Plastiktüte gegeben, die mit Klebeband „versiegelt“ wird. Wenn man da am Tag dreimal
    hin muss … Insgesamt würde ich dieses Hotel in jedem Fall weiterempfehlen, wobei es interessant wäre, wie es ist, wenn da mal wieder wirklich Hochbetrieb ist.
  • El Fuerte
    Preis-Leistungs-Verhältnis o.k. Da war ich auch nur eine Nacht. Das Zimmer war nicht so besonders, aber man kan auch nichts Negatives drüber sagen. Die Klimatisierung
    könnte moderner sein, aber es war o.k. Absolutes Plus: Leute an der Rezeption freundlich und total hilfsbereit.
  • Fähre nach La Paz
    Aufgrund meiner Petroglyphen-Exkursion war ich so dermaßen durchgeschwitzt und erschöpft, dass ich mein Fährticket spontan auf Kabine upgegradet habe. War ziemlich
    angenehm. Oder andersrum: Je nachdem in welchem Zustand man auf die Fähre kommt (und wieweit es das Budget zulässt), ist es nicht notwendig oder eine empfehlenswerte
    Option.
  • La Concha in La Paz (bzw. eine knappe Viertelstunde Fahrzeit davor)
    Preis-Leistungs-Verhältnis prinzipiell gut. Mein Zimmer an sich absolut o.k., aber die Toilettenspülung im Bad hat nicht wirklich funktioniert (was mir um so mehr aufgefallen
    ist, als dass ich dieses oder ähnliche Probleme mit sanitären Anlagen in keiner der vorherigen Unterkünfte hatte). Allerdings wurde gerade fleißig renoviert. Leute an der
    Rezeption supernett und hilfreich, Kellner sehr gemischt, aber insgesamt o.k. Frühstücksregelung etwas chaotisch / uneinheitlich (mal à la Carte, mal Buffet). Eigener
    Hotelstrand, insgesamt sehr ruhig, bei Ebbe aber sehr flach und badewannenmäßig. Fahrzeit nach La Paz ca. eine Viertelstunde, kostenloser Hotelshuttle konnte bestellt
    werden, fuhr aber nur zu festen Zeiten.Allgemein: Falls ich mal wieder nach Mexiko reise, würde ich bei meinen Unterkünften auf jeden Fall darauf achten, kostenloses WLAN zu haben (erstaunlich viele Hotels bieten es bereits an, auch die Mehrzahl der obigen).

Reiseorganisation(en) vor Ort

Zunächst die über Mexiko Mio:

  • Mérida (Name der Organisation weiß ich grad nicht mehr): Ausflug 1 (Uxmal, Kabah) war o.k., bei Ausflug 2 (Chichen Itzá) war die Organisation des Transportes von Chichen
    Itzá zum Hotel One in Playa del Carmen etwas chaotisch: Ich wurde in einen großen Bus „umgeladen“, der Tagesausflügler von diversen Ressorts zurückbrachte (auf den letzten
    freien Platz neben der Toilette und mit einem nicht mehr nüchternen Animateur an Bord) und bei der niemand wusste, dass ich zum Hotel One musste – alle anderen mussten
    außerhalb raus. Aber da die Mexikaner ja nette Leute sind, hat mich der Busfahrer fast zum Hotel gebracht. Fazit: Für mich war das alles kein Problem, aber es gibt vielleicht
    Leute, die das anders sehen würden.
  • Die komplette Organisation über deren Partner Condor Verde war super, da hatte ich Mailkontakt mit Mariana Silva wegen des geänderten Flugtermins und der Abholung: Sofortige Antwort mit Ankündigung eines Anrufs von Sr. Horacio, der dann auch tatsächlich erfolgte. Der
    Rest hat sowieso einwandfrei geklappt.
  • Mexico City: Das war nicht so der Hit, die beiden Ausflüge (Stadtrundgang + Anthropologisches Museum / Guadalupe + Teotihuacan) wurden getauscht, was eine
    gewisse Warterei an einem Parkplatz zur Folge hatte. Außerdem wird man in Geschäfte etc. geschleppt mit Vorführungen, die man nicht unbedingt sehen will und wo man
    bitteschön was kaufen soll. Ging aber anderen auch so und wird sich vermutlich bei einer solchen flexiblen Organisation nicht wirklich ändern lassen (und ist ja auch eine
    Erfahrung).

Eigene Organisation:

  • Playa del Carmen ist eh sehr touristisch, ich hab da mal einen Schnorchelausflug über“Solatino“ nach Puerto Morelos gebucht, der war o.k. Ansonsten bin ich mit Bus/Collectivo/Taxi in Tulum, El Cobá und an einer Cenote gewesen und habe mit der Fähre Cozumel besucht.
  • Pueblos Mancomunados: Auf meine (englische) E-Mail von Deutschland aus habe ich zwar keine Antwort bekommen, man kann aber alles sehr bequem (aber auf spanisch,
    zumindest war es bei mir so) über das Büro von Sierra Norte in Oaxaca organisieren. Dort bekommt man auch Auskunft über den 2. Klasse-Bus, der einen hinbringt. Vor Ort
    gibt es eine perfekte Betreuung sowohl was die Übernachtung, die Versorgung mit Holz und Feuer in den Cabañas, Tipps für Comedores als auch die geführten Touren betrifft.
  • Besteigung La Malinche: Funktionierte auch relativ problemlos, man muss von Puebla mit dem Bus nach Apizaco und von dort weiter mit einem Collectivo (ggf. Aufpreis) zum
    Nationalparkzentrum. Die Gipfelbesteigung ist einfach (wer das auf eigene Faust macht, sollte trotzdem eine gewisse Bergerfahrung mitbringen und außerdem auf
    ausreichende Akklimatisierung achten), aber lange und mühsam (vor allem wegen der Höhe), ein früher Aufbruch empfiehlt sich, auch wegen der zunehmenden Bewölkung.
  • Creel: Organisation vor Ort kein Problem (neben den üblichen Ausflügen über Hotels gibt es z.B. noch 3Amigos, bei denen ich mir ein Bike ausgeliehen und die Gegend
    erkundet hatte).
  • La Paz: über den zum Hotel gehörenden Club kann man z.B. (Schnupper-)Tauchgänge organisieren. Auch die Hotelrezeption hilft einem weiter, ansonsten gibt es Anbieter in
    La Paz – allerdings war ich da mit Bekannten zusammen, die die sich um die Ausflüge gekümmert haben (Schnorcheln bei den Seelöwen – sehr empfehlenswert, und der
    Versuch mit Walhaien zu schnorcheln – immerhin haben wir einen gesehen.

Zum Reiseablauf

Vier Wochen sind zwar lange, aber natürlich viel zu kurz für Mexiko. Insgesamt war ich mit meiner straffen Planung sehr zufrieden und bin der Meinung, dass das alles sehr gut gepasst hat und eine absolut runde Sache war. Für mich waren der Sprachkurs und die Zeit in Playa del Carmen eine wichtige Eingewöhnungs- und Akklimatisierungsphase – sie haben, im Rückblick, die Basis gelegt dafür, dass nachher alles so „problemlos“ ablief. Rein vom Erlebniswert her könnte man aber zwei Tage in Yucatan tauschen gegen z.B. Divisadero (also Kupferschlucht inside). Die Pueblos Mancomunados sind auf jeden Fall einen Besuch wert für alle, die sich draußen bewegen wollen. Chihuahua mit Stadtführung ist sehr zu empfehlen!
El Fuerte: Bootstour und Petroglyphen in der Mittagshitze sind für mich definitiv die bessere Alternative zum Yachtausflug in Topolobampo – aber andere mögen das anders sehen.
„Gefehlt“ hat mir eigentlich nur eine Wüstentour. Und Palenque hätte ich noch gerne gesehen. (Und man könnte natürlich noch mehr Vulkane besteigen ;-)).

Sicherheit und Sprache (subjektive Einschätzung!)

Ich habe mich an den von mir besuchten Orten niemals unsicher gefühlt und habe auch keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Besonders Chihuahua und die Kupferschlucht leiden unter einem starken Rückgang des Tourismus. Vor allem die Amerikaner bleiben aus, da der komplette Norden Mexicos wegen der Drogenbanden pauschal als unsicher eingestuft wird. Teilweise verursacht das ein eigenartiges Gefühl, wenn z.B. Chihuahua oder Creel mit dem Lago Arareko irgendwie total auf Tourismus ausgerichtet erscheinen, aber praktisch keine (Chihuahua) oder nur wenig (Creel) Touristen da sind. Laut Aussagen Einheimischer und auch nach eigenem Gefühl ist der komplette Bereich der Kupferschlucht aber sicherheitsmäßig kein Problem, solange man nicht unbedingt und auf eigene Faust und abseits der touristischen Pfade in die Canyons hinunter und hinein will.

Ich würde jedem, der eine größere Mexiko-Reise machen will, dringend empfehlen, so viel Spanisch zu lernen, dass man einfache Unterhaltungen führen kann (Wer man ist, wohin man
will, Reiseplan erzählen und natürlich alles Notwendige organisieren). Auf der Yucatan- Halbinsel (also zumindest an den Punkten, an denen ich war – Mérida und drum rum, Playa del
Carmen und drum rum) kommt man mit Englisch ganz gut durch und wird meistens auch gleich englisch angesprochen. Trotzdem freuen sich z.B. Taxi-Fahrer ganz immens, wenn man ein bisschen spanisch spricht (die meisten unterhalten sich auch recht gern). An den anderen Orten kann man sicher bei einer großenteils organisierten Reise auch mit Englisch recht weit kommen (Pueblos Mancomunados aber eher nicht), aber man versäumt eine Menge. Mein Spanisch war wirklich nicht besonders gut, aber alleine die Tatsache, dass man es versucht und ein bisschen was erzählen (und ein bisschen mehr verstehen) kann, führt zu vielen herzlichen Begegnungen. Und die Mexikaner haben mir auch immer weitergeholfen und sich in der Regel auch bemüht, ihr Sprechtempo meinem Hörtempo anzupassen

Herzliche Grüße Frau Lunghammer

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