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Oaxaca
Aktuelles

Aktuelles aus Mexiko

Ich wollte Euch schon längst einmal einen kleinen Eindruck davon geben, wie es bei MEXICO MIO gerade so aussieht. Wie Ihr Euch vorstellen könnt, hatten wir schon bessere Zeiten. Zum Glück haben wir sehr liebe Kunden, die uns Zeit bei der Rückzahlung der Flüge geben (hier warten wir auch als Agentur schon monatelang auf die Rückzahlung der Flugtickets :-(), uns mit Aufwandsentschädigungen supporten oder auf das nächste Jahr umgebucht haben. Auch die bereits beantragte Überbrückungshilfe ist für uns als Reiseveranstalter eine gute Sache (leider nur kurzfristig) aber das wichtigste überhaupt ist ja, dass die Menschen wieder angstfrei in den Mexiko Urlaub fahren wollen und bei der besonders hohen Zahl an Covid-19-Erkrankten vor Ort ist das aktuell wohl noch zu verfrüht. Doch möchte ich an dieser Stelle hier nicht nur mein Leid klagen sondern vielmehr auch darauf eingehen, wie es unseren Partnern vor Ort geht. Schaut selbst, wie es einigen von ihnen geht.

Claudia von Tierraventura aus Oaxaca:

Oaxaca kommt langsam aus dem „lockdown“. Seit Mitte July haben Restaurants, Hotels, Geschäfte und Strände wieder aufgemacht. Natürlich mit allen möglichen Sicherheitsvorkehrungen. Wir haben eine epidemiologische Ampel mit vier Farben: rot, orange, gelb und grün. Laut dieser ist Oaxaca seit heute wieder auf orange. (Anmerkugn der Redaktion – Stand Anfang August) Die Entwicklung war bis jetzt rot, orange, wieder rot und nun wieder orange.

Wir hatten grosses Glück das wir gerade rechtzeitig in unser Haus gezogen sind, nämlich Ende Februar. Im Nachhinein ist das Haus fast ein futuristisches Projekt….off the grid, nur mit Naturmaterialien gebaut, Solarenergie, Trockentoiletten, Regenwassersammelsysteme.
Es ist ein riesiger Segen auf dem Berg zu sein, weg von der Stadt, mitten in der Natur.
Wir sind extrem dankbar für die Pause, plötzlich Zeit zu haben, die Batterien aufzuladen, unsere Arbeit zu überdenken ….

so schön lebt es sich in Oaxaca

Viele Dörfer haben hier komplett dichtgemacht, so das wir seit 4 Monaten nicht mehr in der Sierra waren. Ich denke das ist gut so, vor allem um sich zu schützen und bevor die Dörfer nicht wieder bereit sind uns zu empfangen, müssen wir gar nicht darüber nachdenken wieder Touren anzubieten. Die Verantwortung ist einfach zu gross, unseren Kunden gegenüber und vor allem den Menschen in den Dörfern gegenüber.

Ein sehr zwiespältiges Gefühl….keine Ahnung wie Tourismus in der Zukunft aussehen wird…
Ich bin mir allerdings sicher das Menschen wieder reisen werden, vor allem in ferne Länder, um zu lernen, um andere Kulturen zu verstehen, um Verbindungen zu schaffen, um von alten Lebensweisen und Traditionen zu lernen.

Wir haben für den Rest des Jahres beschlossen nur Privattouren anzubieten wenn es die Situation es erlaubt. Wir haben ja ohnehin meist mit kleinen Gruppen gearbeitet auf einer sehr privaten Ebene. So können wir unsere Kunden und abgelegene Orte die wir besuchen am besten schützen.

Ein Grund nach Mexiko zu reisen ist sicherlich das es momentan nirgendwo Massen gibt.
Ich glaube nicht das die Ansteckungsgefahr hier grösser ist als z.B in Europa. Wie gesagt ich habe den Eindruck das die Menschen recht diszipliniert sind mit den vorgegebenen Massnahmen der Regierung.

Keiner weiss genau wie es weitergeht. 70% der Menschen in Oaxaca Stadt leben vom Tourismus direkt od. indirekt. Aber Oaxaca war auch immer ein Bundesstaat in dem die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft leben. In den indigenen Dörfern sind die Leute einfach zurück auf ihre Felder. Gott sei Dank regnet es dieses Jahr genug.
……

An dieser Stelle möchte ich auch auf den interessanten Weltspiegel Beitrag vom 16.08.2020 hinweisen. Hier erzählen die Indigenen aus Oaxaca genau das, was Claudia schreibt. Die Haupteinnahmequelle der indigenen Bevölkerung ist die Landwirtschaft und die Töpferei. Sie leben im Einklang mit der Natur und zollen dieser den nötigen Respekt. In diesen harten Corona-Zeiten hat sich ihr Leben nicht stark verändert, da sie schon immer die Abgeschiedenheit gesucht haben und Globalisierung und Überfluss nicht ihrem Leben entsprechen.
https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/mexiko-video-106.html

Verena, eine unserer Reiseleiterin und ihr Mann Ray, der als Fahrer für uns arbeitet aus Mexico City:

Danke fuer Deine Nachricht. Ja, wir sind bis jetzt mit unseren Transportfahrzeugen noch ueber die Runden gekommen. Der eine Sprinter ist jetzt im oeffentlichen Verkehr eingesetzt und der neuere, den wir noch 14 Monate lang abzahlen, setzen wir hin und wieder fuer nationalen Tourismus ein und hatten da schon 2 mal auch Acapulco dabei. An der Riviera Maya darf man auch Strand und Meer geniessen, wenn man in einem Hotel am Strand untergebracht ist. Die Fluege gibt es auch wieder aus Europa. Kein Flughafen ist je geschlossen worden hier, da das Land ja so weitlaeufig ist. Die Restaurants sind zum grossen Teil wieder auf und auch die Hotels.

Am Pazifik, ausser in Acapulco gibt es auch Hotels in Huatulco und die Straende dort, auch in Nuevo Vallarta/Nayarit und Ixtapa Zihuatanejo/Guerrero, in Baja California Sur. Der Vorteil ist jetzt, dass das Meer und die Meereswelt viel schoener sind als je zuvor, da sich nicht mehr so viele Tanker, Fracht- und Kreuzfahrtschiffe auf den Ozeanen bewegen. Natuerlich ist jetzt auch Hurrikanzeit. Bis jetzt hat noch keiner das Land getroffen und Schaden angerichtet.

Die Archaeologischen Staetten sind noch zu, dafuer koennen die Experten dort neues entdecken. Auch die Museen sind noch zu. Es gelten ueberall strenge gesundheitlich Massnahmen, die von Hotels und Restaurants sehr hygienisch eingehalten werden. Wegen der Sicherheit, so sind normale Buerger und solche Menschen, die touristisch unterwegs sind kaum betroffen.

Wir bleiben in Kontakt und wuenschen Euch alles Gute. Wir sind hier an das Geduld haben gewoehnt.

Katrin, unsere Reiseleiterin aus Oaxaca:

Die Situation ist echt schwierig im Moment, für uns alle. Ich habe keine Ahnung, was die Zukunft bringt. Unser Vermieter hat noch ein recht abgelegenes, niedliches Haus, was wir über Airbnb vermieten könnten. Wir müssten uns nur um die Inneneinrichtung kümmern und ihm dann für jede Buchung 20 Prozent geben. Klingt nach nem guten Deal, doch ohne Touristen macht das ja auch keinen Sinn… 

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Dia de Muertos dieses Jahr groß gefeiert wird. Hat ja auch gar keiner mehr Geld, um das Event vorzubereiten. Naja, hier auf dem Dorf bauen jetzt alle wieder Mais und Bohnen an, vermutlich wirklich die beste Idee im Moment. 

Ich versuche mir gerade mit Schreibaufträgen ein bisschen was dazuzuverdienen und werde bald Tarot readings anbieten. Außerdem schreibe ich an einem eBook „Auswandern nach Mexiko – So geht’s“.

Katrin und ihre Tarot Karten
Katrin und ihre Tarot Karten

Tierra Maya Tours, unsere Agentur in Playa del Carmen:

Die Internationalen Flughäfen in Mexiko Stadt und Cancun sind während der ganzen Pandemie nie geschlossen worden. Die Grenzen zu den Nachbarländern sind nach wie vor geöffnet, mit Ausnahme zu Belize. Verschiedene Fluggesellschaften aus USA und Kanada fliegen regelmäßig nach Mexiko Stadt und Cancun. Aus Europa gibt es nach wie vor wenige Flugbewegungen. Regelmäßig fliegen zur Zeit die Linienfluggesellschaften Lufthansa, KLM, Air France, Aeromexico nach Mexiko Stadt, aber nicht nach Cancun. Die Condor und Edelweiss werden ihren Flugbetrieb nach Cancun voraussichtlich im Oktober wiederaufnehmen. An den Flughäfen gibt es Anti-COVID-Hygieneprotokolle und Gesundheitsbeamte führen Passagieruntersuchungen durch. Passagiere müssen einen Mundschutz tragen, einen Fragebogen ausfüllen und es wird deren Körpertemperatur gemessen.

Soeben haben wir erfahren, dass auf Ende August einige Ausgrabungsstätten im Bundesstaat Quintana Roo wieder öffnen. Namentlich sind dies Tulum, Coba, Muyil und San Gervasio. Chichen Itza und Uxmal liegen im Bundesstaat Yucatan und bleiben vorerst geschlossen.

Wir sind nach wie vor täglich im Büro, allerdings mussten wir das Personal drastisch reduzieren und arbeiten ab August in 50% Kurzarbeit. Wir hoffen nach wie vor auf Ankünfte aus Deutschland im November bzw. Dezember.

Und wie ergeht es anderen Partnern?

Der Besitzer Alex von unserem Lieblings-Hotel in Merida, Hotel Julamis, schreibt mir, dass noch viele Restaurants in Merida geschlossen sind und man um 22.30 Uhr zu Hause sein muss, sonst zahlt man eine hohe Strafe. Es darf auch kein Alkohol ausgeschenkt werden. Da Alex neben dem Hotelbetrieb dieses Jahr ein Restaurant eröffnet hat, trifft ihn das besonders hart.

Oder Sabrina von unserem Tauchveranstalter schreibt mir bezüglich der bereits geöffneten AI Hotels: Die Hotels haben einige dekorative Elemente aus ihren Zimmern entfernt (so wie Zierkissen etc) und in allen a la carte Restaurants muessen Reservierungen vorab gemacht werden, genau wie im Gym und Spa. 

Darueber hinaus sind Dinge wie Zuckerstreuer, Salzsteuer etc. die von mehreren Leuten benutzt werden koennten entfernt worden und die Disco ist vorerst geschlossen. Das war es aber eigentlich auch schon. Grundsaetzlich ist die Anzahl der Gaeste im Hotel aber noch sehr sehr gering.

Auf meine Frage hin, ob aktuell zur Walhaisaison Touren stattfinden, sagt sie mir, dass diese nun mit der Hälfte an Teilnehmern statt finden und auch nicht täglich.

Wie man sieht schlagen sich alle Partner vor Ort durch die Pandemie und bei allen höre ich aber die Zuversicht raus, dass der Winter oder das kommende Jahr wieder die Touristen nach Mexiko zurück bringt. Wie Verena schon schreibt, sind sie einiges gewohnt und das wichtigste überhaupt ist die Gesundheit. Warten wir es also ab, bis endlich eine Impfung auf dem Markt ist und man wieder unbeschwert in die Ferne reisen darf.

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