MEXICO MIO Team, Mexiko Reiseberichte

Von Chiapas nach Yucatán

Sumidero Canyon

Da sind wir wieder!

Nach einer kurvenreichen Nachttour durch die Sierra kamen wir gegen 8:30 Uhr endlich in Tuxtla Gutiérrez an und wurden zum „Canyon del Sumidero“ gebracht. In Schwimmwesten ging es hier, zusammen mit einem frisch vermählten Paar aus Italien, auf Bootsfahrt durch den beeindruckenden Canyon.
Eine großartige Flora und Fauna erwarteten uns und nach zirka 45 Minuten Fahrt kamen wir zur höchsten Stelle des Canyons, bei der unser Boot zwischen über 1000 Meter hohen Felswänden hindurch fuhr.

Leider ist auch zu erwähnen, dass die unangenehmen Spuren der Zivilisation überall sichtbar sind. Besonders in der Regenzeit können Plastikflaschen und sonstiger Müll die Idylle empfindlich stören. Es gibt jedoch ein Projekt, dieses Problem zu beheben. Unser aufmerksamer Führer erspähte auch 2 Krokodile, die wir aus kurzer Entfernung begrüssen konnten. Nach etwa 2 Stunden Fahrt kamen wir wieder am Ableger an und fuhren über Chiapa de Corzo auf der Panamericana nach San Cristóbal de las Casas.

San Cristóbal de las Casas

Die Stadt ist im eindrucksvollen Kolonialstil erbaut, sehr sauber und die Leute hier sind überaus freundlich. Leider sind Chiapas und Oaxaca die beiden ärmsten Bundesstaaten Mexikos. Bettelnde Kinder und stets wachsame Händler gehören hier zum Alltag. Besonders krass wurde uns die Kluft zwischen arm und reich auch in den Indigenadörfern Chamula und Zinacantán deutlich. Mit unserem Guide Jorge fuhren wir noch am selben Nachmittag dorthin. Zunächst kamen wir nach Chamula und kaum dass wir geparkt hatten, lief eine Horde süßer Mädchen mit bunten Armbändern auf uns zu. Entweder man kauft etwas oder lehnt strikt ab, denn sonst wird man die ganze Zeit von ihnen begleitet.

San Juan Chamula

Die von Lädchen gesäumte Hauptstraße führt in die Dorfmitte. Hier befindet sich die Hauptattraktion, die Kirche des Schutzpatrons San Juan Chamula. Es ist strikt untersagt, in der Kirche zu fotografieren und auch die Dorfbewohner möchten nicht fotografiert werden. Überhaupt sollte man die indigenen Kommunen nur mit einem lokalen Führer besuchen, um nicht gegen bestimmte Verhaltensregeln und Bräuche zu verstoßen. Wir kauften uns eine Eitrittskarte im Tourismusbüro und als wir die Kirche betraten, leuchteten uns hunderte Kerzen entgegen. Auf dem mit Tannenzweigen ausgelegten Boden saßen alte und junge Frauen und Männer des Dorfes und lauschten den Ratschlägen ihres „Curanderos“. Curanderos sind die traditionellen Heiler, die bei allen Problemen aufgesucht werden. Die Bewohner Chamulas beten dann in der Kirche ihre Erdgeister und tierischen Schutzgeister an und bringen ihnen Opfergaben wie Eier, Hühner, Weihrauch oder Posh dar. Posh ist ein traditioneller, hochprozentiger Schnaps aus Zuckerrohr, der dazu beiträgt, sich in Trance zu versetzen und mit den Geistern Kontakt aufzunehmen. Leider wird dieses Ritual immer mehr vom Coca-Cola-Konsum verdrängt, denn die Chamula glauben, dass durch Rülpsen die bösen Geister den Körper verlassen und Krankheiten verschwinden.

Zinacantán

Danach fuhren wir weiter nach Zinacantán. Hier werden sehr viele Blumen angepflanzt und exportiert, was dem Dorf einen finanziellen Vorteil gegenüber den Bewohnern von Chamula bringt. Dennoch ist die Armut zu spüren. Die Kirche des Dorfes ist voll von Blumen. Auch hier holt man vorher die Erlaubnis beim Tourismusbüro ein. Nach der Besichtigung der Kirche besichtigten wir das Haus einer Weberfamilie und sahen die Arbeit am Webstuhl. Es werden tolle Webwaren angeboten und man wird auch eingeladen, den einheimischen Schnaps zu probieren.

Dieser Besuch der beiden Dörfer hat uns sehr zum Nachdenken über die Frage angeregt, inwieweit man hier als Tourist überhaupt etwas zu suchen hat, da man in eine fremde Lebenswelt eindringt. Man wird zwar geduldet, aber nicht freudig erwartet, was man auch zu spüren bekommt. Wenn man die beiden Dörfer besuchen möchte, sollte man folgenden Verhaltenskodex beachten: kein Fotografieren in der Kirche, kein Fotografieren von Zeremonien und die Menschen immer freundlich fragen, ob man Fotos machen darf.

Wieder in San Cristóbal angekommen, gingen wir noch zu Fuss auf „Citytour“. Die Stadt ist sehr übersichtlich und besticht durch ihr besonderes Flair. Wunderschön ist der Markt, wo eine große Auswahl chiapanekischen Kunsthandwerks verkauft wird. In der Stadt findet man viele Restaurants, die allesamt gemütlich und urig mexikanisch sind. Wir folgten der freundlichen Einladung unseres Tour-Operators vor Ort und speisten im Restaurant „La Raíz“. Die Küche ist traditionell gemischt in einem stilvollen Ambiente.

Nach dem wundervollen Essen stiegen wir im Hotel „Casa Mexicana“ ab, welches durch seinen schönen grünen Innenhof und die netten Zimmer überzeugt.

Weiterfahrt San Cristobal – Palenque

Auch diese Nacht war kurz, denn um 7.30 Uhr wurden wir von unserem Fahrer Antonio über Agua Azul und Misol-Ha nach Palenque gefahren. Den ersten Stopp machten wir in Ocosingo. Hier gab es fuer uns ein „desayuno rústico“, ein eher einfaches Frühstück, aber mit leckerem Kaffee aus der Gegend.

Weiter ging es nach Agua Azul zu den bekannten Wasserfällen. Das Wasser ist je nach Jahreszeit grün oder eben richtig azurblau. Man ist die ganze Zeit mit fotografieren beschäftigt, da sich immer wieder neue, wunderschöne Perspektiven ergeben und die Stromschnellen einfach so lebendig sind. Gut durchgeschwitzt setzten wir unsere Tour zum Wasserfall Misol-Ha fort, der genauso schön und auch zum Baden geeignet ist. Gegen 15 Uhr kamen wir in Palenque an.

Mit unserem motivierten Führer Edgar durchstreiften wir die beeindruckende Anlage. Der umliegende Dschungel, Brüllaffen und ein tolles Licht erzeugten eine besondere Atmosphäre. Nach 2 h Rundgang wurden wir dann in das neu eröffnete Hotel „Villa Mercedes Palenque“ gebracht.

Wir hatten ein traumhaftes Zimmer und kühlten uns erstmal im Pool ab. Zum Abendessen wurden wir von Edgar abgeholt, der uns zu Freunden einlud. Wir wurden gut „begrillt“ und hatten einen lustigen Abend. Am Montag schliefen wir das erste Mal aus, frühstückten gut und dann begann der ungeplante Teil des Tages.

Weiterfahrt Palenque – Campeche

Da es nur noch zwei Nachtbusse nach Campeche gab, fuhren wir mit dem „Colectivo“ (Sammeltaxi) bis zu einem Autobahnkreuz. Am sogenannten „Crucero de Playas“ sollten angeblich stündlich Busse nach Campeche halten. Dort angekommen mussten wir erstmal vor der Sonne flüchten und der einzig schattige Platz war der Taxistand, an dem sich mehrere neugierig blickende Taxifahrer aufhielten. Von jedem bekamen wir dann eine andere Uhrzeit für den Bus nach Campeche genannt, bis uns zum Schluss der Ticketverkäufer persönlich mitteilte, dass des nächste Bus gegen 17 Uhr aufkreuzen würde. Uppss! 40 Grad im Schatten und die Aussicht auf fünf nervige Stunden Wartezeit an einer staubigen Straße versetzten uns nicht gerade in Jubelstimmung und nach einigen geleerten Wasserflaschen gelang es uns, ein Auto anzuhalten, welches uns nach Campeche mitnahm. Gut durchgeschwitzt kamen wir gegen halb sieben abends in Campeche an.

Diese Art der Fortbewegung können wir unseren Kunden natürlich nicht empfehlen. Für sie buchen wir den durchgehenden 1.-Klasse-Bus von Palenque nach Campeche, der morgens losfährt.

Campeche

In Campeche erwartete uns dann das Kontrastprogramm pur. Wir waren eingeladen, die Nacht auf der unbeschreiblich schönen „Hacienda Puerta Campeche“ zu verbringen und die Ankunft in unser Suite entschädigte uns für den nervigen Tag. Persönlich begleitete man uns in unser Zimmer, wobei es gleich noch eine kleine Führung durch das Hotel gab. Besonders schön ist der begrünte Innenhof mit dem verwinkelten Pool, wo noch die alten Grundmauern der Hacienda zu sehen sind. Im Zimmer angekommen, wurden wir von Klassikmusik begrüsst und uns ueberwältigten wieder einmal Details und Stil. Das Dinner nahmen wir auf der Terasse des Hotels ein.

Hier erwartete uns ein fantastischer Ausblick auf die angestrahlte „Puerta de Tierra“ und das Dinner und der Service waren vorzüglich. Sehr zufrieden und gesättigt unternahmen wir noch einen kleinen Nachtspaziergang durch die Stadt. Es waren kaum Autos und Menschen auf der Straße und die Stadt wirkte fast verlassen und sehr friedlich.

Am nächsten Morgen gab es ein sehr gutes Frühstück im Innenhof mit Bick auf den Pool. Diesen wollten wir dann auch gleich genießen. Wir schöpften unseren Aufenthalt bis zur letzten Minute aus. Nach dem Check-out besuchten wir noch das Hotel „America Campeche“, ein einfaches Hotel mit schönem Ambiente und das Hotel „Ocean View“ direkt am Malecón. Zudem hatten wir so auch die Moeglichkeit, Campeche bei Tag zu sehen. Die Häuser sind alle farbig gestrichen und leuchten wunderschön in der Sonne.

Mérida

Um zwei fuhren wir mit der 1.-Klasse-Busgesellschaft ADO weiter nach Mérida. Hier kamen wir gegen 16.30 Uhr an und unser Guide Cesar holte uns direkt am Busbahnhof ab. Er brachte uns zum Hotel „Casa del Balam“ und wir planten kurz unsere Tour für den nächsten Tag. Danach unternahmen wir eine kleine Shopping Tour. Wir handelten mit den Hängemattenverkäufern – lassen Sie sich nicht bei den Preisen übers Ohr hauen, handeln ist immer angesagt nur leider werden manche Verkäufer agressiv, wenn man den Laden, ohne zu kaufen, wieder verlässt, aber man sollte nur dort kaufen, wo man sich sicher ist! Anschließend schlichen wir über den abendlich beleuchteten Zócalo bis wir im Restaurant „Amaro“ landeten. Hier trafen wir auf zahlreiche weitere Touristen. Es gab Live-Musik und einen schönen Innenhof mit toller Stimmung, was sich jedoch auch bei den Preisen bemerkbar machte. Müde von der Reise ging es zurück in das wunderschöne Kolonialhotel „Casa del Balam“, wo wir noch ein wenig die Beine im Pool baumeln und den Tag Revue passieren ließen.

Über die Tage in Oaxaca berichteten wir bereits. Weitere Erlebnisse auf der Halbinsel Yucatan teilen wir als nächstes mit euch.

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1 Comment

  • Reply Yucatán - Mexico Mio Donnerstag, 5. Juli 2018 at 14:24

    […] die Anreise von Chiapas über Campeche haben wir bereits berichtet. Als nächstes folgt die Weiterreise von Mérida an die […]

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